Karlsruher SV

Rintheim-Waldstadt e.V.

KSV schockt Fortuna in der Nachspielzeit.

Mit einem schnellen Tor in der 2. Minute und einem späten Treffer in der Nachspielzeit setzten die Waldstädter die umrahmenden Akzente eines interessanten Fußballspiels, bei dem die überlegenen Kirchfelder ihre zahlreicheren und besseren Tormöglichkeiten ungenutzt ließen. Letztmals vor zwölf Jahren stand der KSV in einer Ligapartie einer Kirchfelder Mannschaft gegenüber. Im Auftaktspiel der Saison 2005/06 blieb man mit demselben Resultat und ebenso überraschend siegreich (Torschützen Schifferdecker und Tiras sowie Hauri). Am Ende war die damalige Komorowski-Truppe dennoch verdient in die Kreisliga aufgestiegen. Und auch seinerzeit schon führte Rolf Göpferich (Viktoria Bauerbach) beide Mannschaften als Unparteiischer aufs Feld.

Das Kräftemessen begann mit einem Paukenschlag. Malte Oldemeier erkämpfte sich an der Kirchfelder Torauslinie den eigentlich schon verlorenen Ball wieder zurück und passte überlegt flach nach innen. Benjamin Bindereif legte sich die Kugel zurecht und zirkelte diese unhaltbar in den linken Torwinkel zur überraschenden 0:1-Führung (2.). Auf Seiten der Gastgeber war bis dahin noch kein Akteur in kontrolliertem Ballbesitz gewesen. Dies sollte sich indessen zunehmend ändern. Die Grün-Weißen beherrschten klar das Geschehen und KSV-Keeper Tim Nagel  musste gegen den Zehnmeter-Schuss von Sabri Ghannay schon früh sein Können unter Beweis stellen (9.). Kurz darauf war er aber machtlos, als die KSV-Abwehr nach einem zweifelhaften Freistoß den Ball nicht gut genug klärte und Kapitän Lukas Nagel aus dem Getümmel heraus mit einem scharfen Direktschuss zum 1:1 einnetzte (10.). Bei den dominanten Hausherren vergaben dann Manuel Ciobu mit einem Fallrückzieher (18.) und Nagel mit einem Kopfball (23.) gute Gelegenheiten zur Führung. Auf der Gegenseite kam lediglich Timo Gob mit einem knapp am Pfosten vorbei segelnden 25-Meter-Schuss zum ernsthaften Abschluss (24.). Und nachdem KSV-Akteur Moritz Hartung mit einem Oberlippencut ausgewechselt war, sorgte kurz darauf eine Oldemeier-Hereingabe auch einmal für Unordnung in der Fortunen-Abwehr, die aber folgenlos blieb (28.). Danach belagerte die technisch versierte und leichtfüßige Truppe von Michael Bürck immer mehr die KSV-Hälfte und sorgte mit druckvollem Offensivgeist auch für Einschussmöglichkeiten. Julian Jakubicek köpfte aber eine Rechtsflanke nur in die Arme von Nagel (32.). Bei einem schnellen Konter schoss der wieselflinke Sadiq Omar aussichtsreich aus vier Metern knapp am ersten Pfosten vorbei (38.) und wiederum Jacubicek setzte den Ball im Fallen über den Kasten (44.).

Den aus Kirchfelder Sicht zum Spielgeschehen nicht passenden Pausenstand korrigieren zu wollen, wurde unmittelbar nach dem Wiederanpfiff zur zweiten Hälfte sofort offensichtlich. Die Landesligazweite belagerte den KSV-Strafraum und sorgte mit einer Eckballserie für permanente Torgefahr. Nach der zehnminütigen Drangperiode konnte sich der Aufsteiger dann allmählich befreien und besann sich auch auf seine spielerischen Qualitäten. Nachdem Hassan Hout den ebenfalls verletzten Gob ersetzen musste (54.), wurde das bis dahin wenig effektive Offensivspiel auch wirkungsvoller. Der Abschluss von Christopher Haupt nach gescheitem Zuspiel von Oldemeier war jedoch zu harmlos (55.). Dann setzte Haupt mit einer Flanke Oldemeier in Szene, dessen schöne Direktabnahme das Ziel nur knapp verfehlte (56.). Die Partie war nun ausgeglichen, wenngleich die Hausherren mit weiterhin druckvollen Aktionen stets gefährlich blieben. Die mittlerweile hellwach und couragiert agierenden Waldstädter vermochten aber zwingende Torchancen zu vermeiden und bügelten seltener werdende eigene Fehler sofort wieder aus. Dennoch hätte in der umkämpften Schlussphase die Entscheidung zu ihren Ungunsten fallen können. Zunächst setzte Ciobu einen Schuss Zentimeter am linken KSV-Pfosten vorbei (82.). Wenig später dann die Schlüsselszene des Spiels. Der quirlige Omar wurde von Höhe der Mittellinie mit einem genialen Diagonalpass mustergültig bedient, knallte den schwierig zu verarbeitenden Ball aus acht Metern aber an die Unterkante des Querbalkens. Das Spielgerät prallte noch vor der Torlinie auf und wurde schlussendlich aus der Gefahrenzone befördert (86.). Gerade nach dieser Szene wären die Stumpf-Jungs mit Zwischenstand klar zufrieden gegeben. Dennoch beließen sie es nicht nur beim Verteidigen des Resultats, sondern versuchten die Gastgeber mit offensiven Aktionen vom eigenen Tor fernzuhalten. So prüfte Mauricio Monteiro mit einem Freistoß Keeper Max Wolf, der zur Ecke klären konnte (89.). Wenig später führte ein Einwurf von Nils Härter noch einmal für Konfusion im Fortunen-Strafraum. Hout kam so zum Schuss und schlenzte zwar bedrängt, aber ebenso sehenswert wie erfolgreich den Ball zum völlig unerwarteten 1:2 in den linken oberen Torwinkel (90.+1). Die geschockten Gastgeber vermochten den Ausgleich, den sie insgesamt zweifellos verdient gehabt hätten, in der Restspielzeit nicht mehr zu erzielen. Zweifellos eine bittere Niederlage gegen einen Gegner, der mit einer erneut tadellosen Mannschaftsleistung bis zum Schlusspfiff die dritte Niederlage in Folge vermeiden wollte. Zur vollen Punktausbeute brauchte es zwar eine gehörigen Portion Glück, aber dies muss man sich bekanntlich …. (Hans-Dieter Brumm, Karlsruher SV).

Aufstellung: Nagel – Härter, Kirchner, Kubiak, Löffler (76. Eckert) – Pohl, Wied – Oldemeier, Hartung (27. Haupt, 82. Monteiro), Bindereif – Gob (54. Hout)

Schiedsrichter: Rolf Göpferich (FC Viktoria Bauerbach)

Tore: 0:1 Bindereif (2.), 1:1 Nagel (10.), 1:2 Hout (90.+1)

Zuschauer: 60