Karlsruher SV

Rintheim-Waldstadt e.V.

KSV landet Überraschungscoup trotz 0:2-Rückstand.

In einer turbulenten und torreichen Begegnung behielt der A-Klassen-Neuling aus der Waldstadt völlig unerwartet die Oberhand gegen den ambitionierten Aufstiegsaspiranten DJK Mühlburg. Die in vielen Bereichen bessere Truppe von Coach Dennis Waidmann erlitt damit einen empfindlichen Dämpfer im Titelrennen, während der KSV sein Abstiegsverhinderungskonto um weitere drei Punkte anhäufte.

Vor Anpfiff war damit freilich keinesfalls zu rechnen, schon gar nicht nach dem 0:2-Zwischenstand nach 35 Minuten. Zu groß war auch ohne das Mitwirken von Tormaschine Malki Maliha die Überlegenheit der DJK, welcher der frühe Führungstreffer zudem in die Karten spielte. Nach einer Balleroberung in der eigenen Hälfte wurde die Kugel flott nach vorne getragen und Viktor Gaus verwertete das folgende schnelle Zuspiel problemlos zum ernüchternden 0:1 (6.). Die Mühlburger wurden in der Folgezeit dann auch ihrer Favoritenrolle gerecht und ließen Ball und Gegner laufen. Die KSV-er schafften es aber immerhin, echte Torgefahr zu verhindern und orientierten sich hin und wieder selbst nach vorne. Allerdings liefen sie in der 35. Minute wieder in einen Konter, wobei der schnelle Daniel Zanda zwar listig Tim Nagel überlobbte, Dominik Kirchner auf der Torlinie zunächst sehenswert noch klärte, Adnan Masic aber goldrichtig stand und zum verdienten 0:2 eindrückte. Eine gefühlte Vorentscheidung, auf beiden Seiten. Jedenfalls hätte zu diesem Zeitpunkt der Wetteinsatz auf einen KSV-Sieg nirgendwo einen Befürworter gefunden. Es dauerte aber keine drei Minuten und die Lage änderte sich. Nach einem Befreiungsschlag trieb Matthias Eckert den Ball von der Mittellinie in Richtung DJK-Strafraum, wo er regelwidrig gestoppt wurde. Den zugesprochenen Strafstoß verwandelte Mauricio Monteiro nervenstark zum 1:2-Anschlusstreffer (40.). Die Freude beim KSV wäre kurz gewesen, hätte Tim Nagel nicht kurz darauf die Kugel gerade noch vor dem anstürmenden Zanda greifen können (41.). Stattdessen war die DJK-Deckung bei einem Freistoß von Dominik Pohl etwas desorientiert. Ein erster Schuss wurde zunächst noch abgeblockt, die zweite Abwehr von Goalie Vier geriet aber zu kurz und Bertie Daubner drosch den Ball zum zwar glücklichen, aber viel umjubelten 2:2 in die Maschen (44.). Mit diesem Zwischenstand verabschiedete der prima leitende Fabian Hilz die beiden Teams mit jeweils unterschiedlichen Stimmungslagen in die Pause.

Nach Wiederanpfiff machten die Blau-Weißen gleich mächtig Druck und die erneute Führung schien nur eine Frage der Zeit. Aber Tim Nagel hielt gegen Zanda aus zwei Metern (54.), Frederic Mouassie Njikam, der den Ball nicht richtig unter Kontrolle bekam (65.) und mit toller Reaktion einen Schuss aus nächster Nähe (68.) das Unentschieden. Zwei Minuten später war der Ball dann im Tor, allerdings auf der anderen Seite. Ein Zuspiel von Hassan Hout leitete Timo Gob geschickt auf Moritz Hartung weiter, der den Steilpass mit einem Flachschuss neben den zweiten Pfosten zum 3:2 veredelte (70.). Nach kurzem Unverständnis über den nicht den Spielanteilen entsprechenden Zwischenstand erhöhten die Waidmänner die Schlagzahl. Und kamen wegen einer Regelwidrigkeit auf der KSV-Torauslinie ihrerseits zum Penalty. Mouassie Njikam nutzte die Gelegenheit souverän zum 3:3 (73.). Dem in der Folge vehement angestrebten Siegtreffer stemmten sich die Nordsternler mit allen Kräften und toller Moral entgegen. So blieben zwei verzweifelte Schussversuche von Masic vergebens (83., 85.). Die Truppe von Christian Stumpf hingegen fieberte dem Schlusspfiff entgegen – und schaffte dennoch das Unerwartete. Timo Gob schlug aus 30 Metern diagonal einen Freistoß in den Strafraum, der an Freund und Feind vorbei neben dem zweiten Pfosten einschlug – ein Klassiker zum gefeierten 4:3 (86.). Die spielstarke, jetzt aber konsternierte DJK-Truppe hielten die Waldstädter dann bis zum Schlusspfiff in Schach und unterstrichen mal wieder, dass im Fußball nicht immer der Bessere gewinnt. Vielleicht stellt sich ja im Pokalhalbfinale am Mittwoch beim KIT SC, gegen den der KSV im Achtelfinale den Kürzeren zog, wieder Normalität ein. Der KSV wünscht der DJK jedenfalls das notwendige Glück (Hans-Dieter Brumm, Karlsruher SV).

Aufstellung: Nagel – Härter, Kirchner, Decker, Werner – Hartung, Monteiro, Pohl, Haupt (60. Hout) – Daubner (74. Oldemeier), Eckert (60. Gob, 89. Wied)

Schiedsrichter: Fabian Hilz (Fortuna Kirchfeld)

Tore: 0:1 Gaus (6.), 0:2 Masic (35.), 1:2 Monteiro (40., FE), 2:2 Daubner (45.), 3:2 Hartung (70.), 3:3 Mouassie Njikam (73., FE), 4:3 Gob (86.)

Zuschauer: 50