Karlsruher SV

Rintheim-Waldstadt e.V.

In letzter Minute um verdienten Lohn gebracht.

Weil kurz vor dem Abpfiff noch der Ausgleichstreffer hingenommen werden musste, reichte es in dem guten und abwechslungsreichen Spiel für den Karlsruher SV nicht für den möglichen Dreier. Den hätten sich die Rintheim-Waldstädter vor allem auf Grund der überlegen geführten zweiten Halbzeit, in der innerhalb weniger Minuten das Spiel zunächst gedreht wurde, durchaus verdient gehabt. So teilte man sich im Nordstern-Stadion schließlich friedlich und fair die Punkte. Dass die Freude über das Remis beim FV Linkenheim ob des späten Ausgleichs freilich größer als bei den Hausherren war, liegt auf der Hand.

Der erste Abschnitt gestaltete sich insgesamt ausgeglichen, wobei die Gäste die Anfangsminuten bestimmten. Die Spielanteile näherten sich dann aber an und auch die Chancen waren gleichwertig verteilt. In der 11. Minute köpfte Karim Farag nach einem Eckstoß knapp am KSV-Kasten vorbei. Dominik Kirchner konterte mit einem Fernschuss, den FVL-Keeper S. Lohner mühelos aufnahm (13.). Dann prüfte Joshua Voegeding Nordstern-Hüter Tim Nagel, der glänzend reagierte (17.). Beim Gegenangriff wurde ein Schuss von Hassan Hout abgeblockt (18.). Wenig später flankte Nils Härter platziert in den Strafraum, Max Oliveira Flammers Kopfball lenkte Lohner jedoch mit den Fingerspitzen gerade noch über die Querlatte (24.). Auch ein von Matthias Eckert getretener Freistoß, der knapp am Pfosten vorbei strich, wäre ein Tor wert gewesen (32.). Dies gilt auf der anderen Seite auch für die Offensivaktion der Linkenheimer, als der ballsichere Voegeding aus zehn Metern abzog. Nagel parierte aber glänzend und wehrte auch den zweiten Versuch ab (35.). Bis zur Pause spielte sich das unter souveräner Leitung von Schiri Hartmut Frohner (FC Flehingen) stehende Geschehen auf dem in Anbetracht der Witterungsbedingungen gut bespielbaren Rasen dann vornehmlich im Mittelfeld ab. So entsprach der torlose Zwischenstand auch den Kräfteverhältnissen.

Deutlich offensivbetonter begannen die KSV-er den zweiten Durchgang. Der Schuss von Oliveira-Flammer stellte den Gästekeeper noch nicht vor Probleme (47.). Der Lüpfer von Hout erforderte dagegen sein ganzes Können. In der Rückwärtsbewegung konnte er die Kugel grandios um sein Heiligtum lenken (49.). Eine weitere gute Angriffskombination der Gastgeber ergab eine aussichtsreiche Schussposition für Mauricio Monteiro, der jedoch nur knapp das Tor verfehlte (56.). Völlig überraschend konterte die Layher/Badhofer-Truppe mitten in die KSV-Drangperiode hinein mit dem Führungstreffer. Nach einer Balleroberung in der eigenen Hälfte setzte sich der in Ballbesitz gebrachte Voegeding energisch durch und bediente mit einem Steilpass den mitgelaufenen Farag, der den Ball an der Strafraumgrenze clever über den aus dem Tor geeilten KSV-Keeper hob. Am zweiten Pfosten trudelte das Gerät dann zum 0:1 über die Linie (59.). Trotzdem blieben die Schützlinge von Christian Stumpf weiterhin spielbestimmend und im Defensivbereich waren insbesondere die beiden offensiven FVL-Aktivposten Voegeding und Badhofer gut bewacht. Torchancen hatten nur noch die Gastgeber. Die beste hatte Hout, als er nach einer Hereingabe von Eckert aus vier Metern das freie Tor verfehlte (70.). Dann folgte eine Eckballserie der Karlsruher, die nichts einbrachte. So köpfte Felix Decker knapp am Pfosten vorbei (74.). Kurz darauf zog Benjamin Bindereif bei einem schnellen Angriff eine Flanke in den Strafraum. Malte Oldemeiers schöner Schuss wurde zunächst noch abgewehrt, den Abpraller brachte Timo Gob dann aber aus sechs Metern cool zum verdienten 1:1 unter (75.). Die Nordsterne behielten in der Folge ihren Vorwärtsdrang bei, ohne allerdings das gegnerische Tor maßgeblich in Bedrängnis zu bringen. Dies geschah erst wieder, als Eckert ein steiles Zuspiel erlief, dann aber im 16-er gefoult wurde. Spezialist Monteiro nutzte die Chance und verwandelte gradlinig zur verdienten 2:1-Führung (80.). Die Verhältnisse änderten sich danach nicht und die Ausgleichsbemühungen der Hardtler waren überschaubar. Vielmehr lag bei Berthold Daubners Schuss die Entscheidung in der Luft, der Ball wurde aber noch von der Linkenheimer Torlinie gekratzt (87). Ein Freistoß aus der zentralen Platzmitte war dann stattdessen Wegbereiter für das finale Erfolgserlebnis der Gäste. Badhofer verlängerte den weiten Ball in Richtung Torauslinie, wo man Bastian Leonhardt vorübergehend aus den Augen verlor. Dessen aus spitzem Winkel volley genommener Ball schlug dann am zweiten Pfosten zum für den KSV nicht mehr korrigierbaren 2:2 ein (90.). Kurz darauf war Schluss.

Wenn der Ausgleich auch vermeidbar war, so haben die KSV-Jungs wenigstens für den weiteren Fortbestand ihrer beeindruckenden Serie gesorgt. Seit nunmehr sieben aufeinander folgenden Spielen haben sie den Gegnern keinen Sieg mehr gegönnt. Als Aufsteiger war damit vor Saisonbeginn zweifellos nicht zu rechnen. Unabhängig davon bleibt es weiterhin vorrangig, den Klassenerhalt als erstes Ziel im Auge zu behalten (Hans-Dieter Brumm, Karlsruher SV).

Aufstellung: Nagel – Daubner Kirchner, Decker, Härter – Oliveira-Flammer (67. Bindereif), Monteiro, Wied, Oldemeier (87. Haupt) – Hout (70. Gob), Eckert

Schiedsrichter: Hartmut Frohnert (FC Flehingen)

Tore: 0:1 Farag (59.), 1:1 Gob (75.), 1:2 Monteiro (80., FE), 2:2 Leonhardt (90.)

Zuschauer: 42