Karlsruher SV

Rintheim-Waldstadt e.V.

KSV überrascht erneut und wirft auch Forchheim aus dem Pokal

Erst vor knapp zwei Monaten verloren die Sportfreunde ihr entscheidendes Relegationsspiel um den Aufstieg in die Landesliga gegen den FC Flehingen nach Verlängerung unglücklich mit 1:2. Jetzt zogen sie in der dritten Pokalrunde gegen den klassentieferen Karlsruher SV mit dem gleichen Resultat ebenfalls den Kürzeren. Diesmal war das Ausscheiden allerdings vermeidbar. Auch wenn die Gastgeber den ersten Abschnitt offen gestalten konnten und mit einer knappen Führung in die Pause gingen, schien es nur eine Frage der Zeit, dass sich die optische Überlegenheit mit einem Eckenverhältnis von 15:2 auch in Form von Toren abbilden ließe. Der Kreisligist war auch willens und engagiert bei der Sache , mit recht behäbigem Spielaufbau und fehlenden genialen Momenten in Tornähe war den KSV-Akteuren aber kaum beizukommen. Freilich fehlte bei einem Pfostentreffer und bei diversen Rettungstaten auch das Quäntchen Glück. Letzteres hatten sich die beherzter auftretenden Waldstädter, die bis zur letzten Sekunde der Verlängerung auch konditionell mithielten, mit klugem Defensivverhalten indessen nicht unverdient erzwungen. Im Übrigen stand ein prächtiger Schlussmann zwischen den Pfosten, der in seinem Premierenspiel im Seniorenbereich, das auch Youngster Philipp Werner bestritt, einige Male sein Können unter Beweis stellen konnte.

Die Gastgeber stellten sich schnell auf ihren Gegner ein, der zwar Spiel bestimmend war, zunächst aber nur mit einer geschickten Aktion von Lukas Grob aufhorchen ließ. Dessen Schuss strich nur Zentimeter am Pfosten vorbei (21.). Die Truppe von Christian Stumpf schickte sich zunehmend an, neben defensiven Qualitäten auch offensiv Duftmarken zu setzen. Matthias Ecker und Mauricio Monteiro verfehlten aber das Gehäuse (27., 29.) und Timo Gob scheiterte mit seinem Distanzschuss an Forchheimer Abwehrbeinen (32.). Kurz darauf ließ sich ein Gästeakteur an der Mittellinie anfängerhaft vom agilen Eckert den Ball abluchsen. Bei dessen energischem Sololauf über das halbe Feld war er dann im Strafraum nur regelwidrig zu stoppen. Den unstrittigen Strafstoß verwandelte Monteiro sicher zur überraschenden 1:0-Führung (33.). Die nur kurz geschockten Schützlinge von Ralf Friedberger verdauten kurz und drängten noch vor dem Halbzeitpfiff von Schiri Bollheimer (TSV Reichenbach) auf den Ausgleich. Tim Nagel im KSV-Tor verhinderte diesen zunächst in der 40. Minute per Fußabwehr und kurz darauf mit zwei Reflexen auf der Torlinie (43.).

Schon wenige Minuten nach Wiederanpfiff schoss Forchheims Torjäger Tim Burg einen Eckball aussichtsreich am Pfosten vorbei (49.). Die weiteren Angriffsbemühungen waren allerdings durchschaubar und blieben in der gut gestaffelten KSV-Abwehr hängen. Deshalb war mit dem Ausgleich auch nicht unbedingt zu rechnen. Nach einem unnötigen Ballverlust in den KSV-Reihen ließ sich Tim Burg aber die Gelegenheit nicht nehmen und hämmerte eiskalt den Ball diagonal zum 1:1 ins linke untere Eck (64.). Nach ereignislosen zehn Minuten machten die Blauen dann während der letzten Viertelstunde nochmals mächtig Dampf. Dominik Kirchner musste auf der Torlinie klären und Burg köpfte anschließend über den KSV-Kasten (77.). Fünf Minuten später schien indessen die Entscheidung auf der anderen Seite zu fallen. Nach einem feinen KSV-Spielzug kam Gob im Fünfmeterraum frei zum Schuss, der Ball konnte in letzter Sekunde aber vor dem Einschlag noch abgewehrt werden (82.). Die Sportfreunde wollten weiterhin die Verlängerung vermeiden, während sich die Nordsternler nun auf die Verteidigung ihres Tores konzentrieren mussten. So brannte es in der 85. Minute gleich mehrfach im eigenen Strafraum, doch brachte kein Forchheimer die Kugel endgültig über die Linie. Grob schoss dann noch weit drüber (87.) und auch Pflegers Kopfball verfehlte das Ziel (90. + 3). In der fünften Minute der Nachspielzeit reagierte Tim Nagel bei einem Freistoß noch einmal super und als auch der Nachschuss über das Gehäuse flog, hatten sich die Hausherren in die Verlängerung gerettet.

Schon dies war für die Karlsruher ein Erfolg. Und auch wenn dann gleich zu Beginn die erneute Führung gelang, war an einen finalen Erfolg lange nicht zu denken. Drei Minuten waren in der Verlängerung gespielt, als ein Forchheimer den Eckball von Sven Gelke klärend an die 16-Meter-Marke köpfte. Dort stand Malte Oldemeier goldrichtig und zimmerte die Kugel „Tor-des-Monats“-gleich in den linken Torwinkel zum 2:1 (93.). Mit diesem Paukenschlag mussten es die Gastgeber offensiv allerdings bewenden lassen, denn der Kreisligist bestimmte fortan das Geschehen. So musste Kirchner wiederum vor der Torlinie klären (102.). Patrick Schneider traf mit einem tollen Distanzschuss nur den Pfosten und der Nachschuss fand ebenfalls nicht den Weg ins Tor (108.). Nur gelegentlich konnte der KSV relativ erfolglose Entlastungsangriffe fahren, weshalb noch brenzlige Situationen zu überstehen waren. Eine Direktabnahme von Burg war für den KSV-Hüter aber kein Problem (111.) und sein Kopfball nach einer Diagonalflanke flog am ersten Pfosten vorbei (117.). Dann wehrte die KSV-Abwehr einen gefährlichen 25-Meter-Schuss von Mert Kus kollektiv ab (119.). Als dann auch der anschließende Eckball eine Beute der aufopfernd schuftenden KSV-ler wurde, war die Überraschung perfekt. Den Abschlussjubel hatten sie sich redlich verdient.

Selbst eine knappe Niederlage, zumal nach Verlängerung, hätte die Anhängerschaft zweifellos sehr zufrieden gestellt. Nach dem nunmehr zweiten Erfolg über eine überlegene Kreisligamannschaft darf man sogar ziemlich begeistert sein, zumindest vorübergehend, bis zum nächsten Spiel. Denn im Achtelfinale geht es gegen den gleichklassigen KIT SC und auch dort gibt es gute Fußballer. Bleibt wachsam, Jungs (Hans-Dieter Brumm, Karlsruher SV).

Aufstellung: Nagel – Härter, Engelhorn, Kirchner, Werner (71. Böttner) – Monteiro, Gelke – Daubner (30. Gob), Haupt (75. Pohl), Oldemeier – Eckert

Schiedsrichter: Cedrik-Alexander Bollheimer (TSV Reichenbach)

Zuschauer: 100

Tore: 1:0 Monteiro (33., FE), 1:1 Burg (64.), 2:1 Oldemeier (93.)