Karlsruher SV

Rintheim-Waldstadt e.V.

KSV mit dem besseren Ende für sich.

Relegationsrunden sind fast ausnahmslos enge Angelegenheiten. Die Ausgangslagen mit diversen Optionen sind dagegen immer klar. So musste der TV Mörsch nach der aus deren Sicht unnötigen 1:2-Niederlage gegen SSV Ettlingen II mit mindestens zwei Toren Unterschied gewinnen, um an den Konkurrenten vorbei zu ziehen. Dem Karlsruher SV hingegen reichte nach dem 1:0-Erfolg gegen den SSV ein Remis für den Aufstieg.

Mit dieser Konstellation war der Karlsruher SV bereits in der Vorsaison konfrontiert gewesen, musste dann aber mit einem 0:2 im Abschlussspiel gegen Fortuna Kirchfeld II dem Gegner den Vortritt lassen. Zwei Jahre zuvor sammelte auch der TV Mörsch einschlägige Erfahrungen, allerdings mit anderem Ausgang. Im entscheidenden Relegationsspiel reichte den Mörschern gegen die während der kompletten Saison ungeschlagenen Alemannen aus Eggenstein ebenfalls ein Unentschieden. Der Gegner musste dagegen unbedingt gewinnen, um aufzusteigen. Die überlegenen Eggensteiner schafften es damals indessen nicht, ihr klares Chancenplus in Tore umzumünzen. Am Ende gewann der TVM, wenn auch glücklich, sogar mit 1:0 und ließ die besseren Alemannen in der B-Klasse zurück.

War seinerzeit Eggenstein tief enttäuscht, musste dies nun der TV selbst leidvoll erfahren. Die eingespielte Bachmann-Truppe war klar besser und erspielte sich auch die größere Anzahl an Torchancen. Vor allem im zweiten Durchgang beherrschten sie die Szene und suchten unentwegt und meist spielerisch nach Lösungen. Der KSV dagegen hatte wenig Zugriff und fand eigentlich nie zu gewohnter Spielstärke. Das torgefährlichste Team der B1-Staffel konnte seine Offensivkraft kaum unter Beweis stellen, zeigte andererseits aber nachhaltig, dass man sich bei Bedarf auch im Verhindern von Toren versteht. Dass es am Ende zur 18. Saisonpartie ohne Gegentor reichte, lag dann aber auch am über sich hinaus wachsenden Dominik Döring, der in seinem berufsbedingt vorläufig letzten Spiel diverse Male, vor allem in den Schlusssekunden, seinen KSV vor dem Ko. bewahrte. Nach dem herbei gesehnten Schlusspfiff und glücklichem Ausgang durfte die KSV-Familie dann die keineswegs erwartbare Rückkehr in die A-Klasse feiern.

Das Mitgefühl mit den unterlegenen Mörschern bremste indessen die spontanen Jubelarien zunächst noch. Mit zunehmendem Abstand allerdings wurde auch den KSV-Jungs um Coach Christian Stumpf bewusst, dass sie zweifellos stolz auf das während vieler Monate Geleistete sein können.

Die Anfangsphase des entscheidenden Spiels war nicht von großem Abtasten geprägt. Nach einem Eckball musste KSV-Akteur Michael Engelhorn schon in der dritten Minute den Ball von der Torlinie schlagen. Auf der Gegenseite zielte Bruder Florian nach Freistoß von Dominik Kirchner aus zwölf Metern über den Kasten (7.). Wenig später bediente er Moritz Hartung, der mit einem kläglichen Schuss aus fünf Metern jedoch für keine Gefahr sorgte (12.). Der TV schickte sich nun zunehmend an, Kontrolle ins Spiel zu bringen und kombinierte immer besser. Kapitän Tom Bauer schloss einen schönen Angriff mit einem Schlenzer aus 25 Metern, der knapp am linken Pfosten vorbei segelte, ab (17.). Die Rintheim-Waldstädter mussten sich fortan auf gelegentliche Konter beschränken. Einen solchen schloss Christopher Haupt mit einem Schuss von der Strafraumgrenze ab, der Ball blieb aber in der Mörscher Abwehr hängen (23.). Nach einem unterbundenen KSV-Angriff wurde Florian Buchmüller mit einem schnell gespielten Ball auf die Reise geschickt. Kirchner konnte ihn jedoch laufstark noch rechtzeitig stören und ihn am kontrollierten Schuss hindern (27.). Fünf Minuten später köpfte Buchmüller nach einem Freistoß am KSV-Kasten vorbei (32.). Auf der Gegenseite versuchte es KSV-Verteidiger Nils Härter mit einem Linksschuss, der Goalie Barcau allerdings keinerlei Probleme bereitet (35.). Fast mit dem Pausenpfiff bot sich dann für die Rheinstettener doch nochmals die Gelegenheit zur Führung. Döring fischte den Kopfball von Janis Böttle indessen bravourös aus dem Torwinkel (45.).

Die ersten 25 Minuten nach Wiederbeginn waren keine Augenweide. Der TVM hatte zwar mehr Ballbesitz, der KSV unterband aber echte Torgelegenheiten. Ab der 70. Minute legte Mörsch nochmals zu und rannte unentwegt an. Von den Karlsruhern war offensiv nichts Brauchbares zu sehen. Aber lediglich ein scharf herein gezogener Flankenball von Stephen Nakovics, der durch den KSV-Strafraum und am zweiten Pfosten vorbei flog, verursachte ein Raunen beim Mörscher Anhang (76.). Dann wurde das TV-Team durch eine reichlich überzogene Ampelkarte für Matthias Kastner geschwächt (77.). Mörsch ließ sich dadurch aber nicht beirren und drängte weiterhin vehement auf den Führungstreffer. Mit einem 1:0 wäre der SSV Ettlingen lachender Dritter. Die Stumpf-Truppe stand meist gut und kämpfte um jeden Meter, wobei sich nun auch Kontermöglichkeiten boten. So kam es in der 81. Minute zu einer Doppelchance, als FlorianEngelhorn geschickt auf Martin Zürn quer legte, der aber aus kurzer Distanz am glänzend reagierenden Andreas Burcau scheiterte. Der Nachschuss von Dieter Dietrich blieb ebenfalls in der TV-Abwehr hängen (81.). Der KSV machte es weiter spannend, was hätte ins Auge gehen können. Denn kurz darauf wischte Döring einen Freistoßball von Tobias Thomas aus dem Torwinkel (84.) und anschließend klatschte noch ein Freistoß von Buchmüller ans Aluminium (85.). Buchmüller blieb auch die letzte Chance des Spiels vorbehalten. Seinen Kopfball neben den Pfosten hielt Döring in der Nachspielzeit aber noch auf der Linie fest (90.+3). Dann Jubel auf der einen, Enttäuschung auf der anderen Seite. So ist Fußball, am Ende zählt das nackte Resultat. Diesmal waren die Minimalisten die Glücklichen. Ein einziges Tor in zwei Spielen, aber auch ohne Gegentor geblieben. Glückwunsch, Jungs. Alles Gute dem TV Mörsch und viel Erfolg beim erneuten Anlauf. (Hans-Dieter Brumm, Karlsruher SV).

Aufstellung: Döring – Härter, Kirchner, Michael Engelhorn, Bindereif – Pohl, Wied – Daubner, Haupt, Hartung – Florian Engelhorn

Wechsel: Dietrich für Daubner (36.), Monteiro für Haupt (71.), Zürn für Pohl (79.), Daubner für F. Engelhorn (86.)

Schiedsrichter: Cedric-Alexander Bollheimer (TSV Reichenbach)

Zuschauer: 425