Monthly Archives: November 2014

SG Siemens Karlsruhe – Karlsruher SV 3:1 (1:1) – 17.Spieltag – 30.11.14

Nichts zu holen beim neuen Tabellenführer
Der Karlsruher SV musste im Aufeinandertreffen der beiden A-Klassen-Absteiger in der Anfangsformation auf vier Stammkräfte verzichten und im weiteren Verlauf verletzungsbedingt wechseln. Trotz dieser Umstände boten die Gäste an der Hertzstraße eine durchaus ordentliche Leistung, allerdings hätte es für etwas Zählbares schon einer anständigen Portion Glück gebraucht. Obwohl zwischenzeitlich der Ausgleich möglich war, stand unterm Strich jedenfalls ein verdienter Dreier des neuen Klassenprimus´. Die Gastgeber stellten in vielen Belangen die besseren Akteure und über die gesamte Spielzeit hinweg das bestimmende Team. Sollte Trainer Karl-Heinz Bluck weiterhin auf dieses Personal zurück greifen können, gehört die SG Siemens zweifellos zu einem der ersten Aufstiegsanwärter.
Die Anfangsphase stand ganz im Zeichen der offensiven Hausherren. So hebelten sie mit schnörkellos vorgetragenem Kombinationsspiel die KSV-Defensive schon nach sechs Minuten aus. Die Rechtsflanke von Fabian Fildin köpfte David Weimar aber aus zwei Metern über den Kasten. Dann schoss Tobias Haackmann aus zwölf Metern (13.) ebenso vorbei wie Weimar, der acht Meter vor dem Tor nur unzureichend Maß nehmen konnte (19.). Bis dahin kamen die Waldstädter so gut wie nicht in den Siemens-Strafraum, schafften aber gleich mit dem ersten gelungen Angriff die Führung. Timo Gob bediente mit einem gut getimten Steilpass Hassan Hout, der schneller als die SGS-Innenverteidiger reagierte und den Ball an Keeper Rene Nagel vorbei zum 0:1 ins Tor spitzelte (24.). Die Freude auf KSV-Seite währte indessen nicht lange. Vom Anspiel weg bekamen die wohl etwas unkonzentrierten KSV-er keinen Zugriff auf den Gegner. Am Ende der Ungeschicklichkeiten setzte sich David Weimar im Strafraum durch und zirkelte die Kugel passgenau neben den Pfosten zum 1:1-Ausgleich (25.). Dennoch spielten die Gäste jetzt besser mit. Gerrit Conermann köpfte am Siemens-Kasten vorbei (30.), den Hassan Hout aus 25 Metern ebenfalls verfehlte (34.). Kurz vor dem Pausenpfiff hatte Conermann sogar die Führung auf dem Schlappen, sein Schussversuch im Fünfer missglückte verletzungsbedingt indes deutlich (44.). Dennoch gingen die Mannen von Trainer Christian Stumpf nicht unzufrieden in die Halbzeit.
Im zweiten Teil der Partie ging die SG dann schnell in Führung. Bei einem umstrittenen Zweikampf im Mittelfeld blieb die Pfeife des allerdings souverän leitenden Unparteiischen Joachim Scheidt stumm. Die Siemensianer gingen mit der Situation geschickter um, während die KSV-Akteure nicht schnell genug auf ein weites Zuspiel ins Abwehrzentrum reagierten. Patrick Schneider überwand dann den etwas zu weit vor dem Tor postierten Kevin Schuster mit einem geschickten Heber zum 2:1 (49.). In der Folge bestimmten die Hausherren dann klar das Spiel. Selbstbewusst arbeiteten sich die technisch versierten und lauffreudigen Akteure immer wieder zum KSV-Tor vor. Schuster verhinderte per Fußabwehr gegen den Achtmeter-Schuss von Fabio Linder aber einen höheren Rückstand (56.) und Haackmann zielte etwas zu hoch (62.). Mitte der zweiten Hälfte fanden die Nordsternler wieder besser in die Partie und kamen bei nun ausgeglichenem Verlauf auch zu Ausgleichschancen. Zunächst verpasste Berthold Daubner eine Hereingabe von Mauricio Monteiro kurz vor der Torlinie nur um Zentimeter (79.). Kurz darauf hatten die KSV-Anhänger schon den Torschrei auf den Lippen, der Kopfball von Michael Engelhorn klatschte jedoch noch an die Querlatte und von dort vor die Füße von Felix Erlewein, der aber frei stehend die sich bietende Einschussmöglichkeit nicht nutzen konnte (80.). Statt des möglichen 2:2 stand es Sekunden später 3:1. Nach einem Siemens-Einwurf brachten die Waldstädter den Ball in Pfostennähe nicht aus der Gefahrenzone und aus dem Getümmel heraus konnte Linder scharf nach innen geben, wo der allein gelassene Haackmann nur noch die Innenseite hinhalten musste (81.). Mit einer starken Schlussphase dominierten die Bluck-Schützlinge das Geschehen und ließen nichts mehr anbrennen. Schneider prüfte nochmal den KSV-Hüter, der wiederum per Fuß klären konnte (88.). In gleicher Weise agierte auf der anderen Seite Rene Nagel, der gegen Daubner den vermutlich zu späten Anschlusstreffer verhinderte (90.) —H.D.Brumm(KSV)—

Aufstellung: Schuster – Erlewein, Helfenritter, Engelhorn Michael, Schreiber – Conermann Hartung, Khlili Soltani, Monteiro, Hout – Gob

Eingewechselt: Daubner für Conermann (44.), Gherezghiher für Hartung (45.), Conermann für Hout (69.), Eckert für Gob (83.)

Schiedsrichter: Joachim Scheidt (FC Espanol Karlsruhe)

Zuschauer: 22

Tore: 0:1 Hout (24.), 1:1 Weimar (25.), 2:1 Schneider (49.), 3:1 Haackmann (81.)

By | 2014-12-04T16:50:09+00:00 30. November 2014|1. Mannschaft, Fußball, Herren, Verein|

Karlsruher SV – FV Leopoldshafen II 5:0 (1:0) – 16.Spieltag – 23.11.14

Verdienter Sieg mit langem Anlauf

Der Karlsruher SV war über die gesamte Spielzeit hinweg das bestimmende Team und siegte auch in dieser Höhe verdient. Die deutliche Mehrzahl an Torgelegenheiten und das Eckballverhältnis von 13:0 sprechen für die Überlegenheit der Hausherren. Dennoch war der FV Leopoldshafen zumindest im ersten Teil der Partie der erwartet unangenehme und defensiv eingestellte Gegner, der sein Tor lange Zeit sauber hielt und erst kurz vor dem Pausenwasser in Rückstand geriet. Als die Kräfte merklich nachließen, münzten die Waldstädter ihre Feldvorteile dann in Tore um und strebten unter der souverän unterhaltsamen Leitung von Erich Schneider (KSC) einem ungefährdeten Sieg entgegen.
Schon in der dritten Minute strich ein Kopfball von Michael Engelhorn knapp am Pfosten des FVL-Tores vorbei (3.). Aber nicht alle Nordsternler waren schon hellwach und so kam Pascal Ehrmann völlig ungedeckt zum Kopfball, der gerade noch vom Überschreiten der KSV-Torlinie abgehalten wurde (5.). Die danach zunächst ausgeglichene Partie hatte dann außer Regelkunde-Lektionen des Schiri-Routiniers nichts Unterhaltsames zu bieten. Drei Schussversuche in Folge von Moritz Hartung (22., 24. 32.), von denen einer am Pfosten landete und das zu hoch angesetzte Experiment von Engelhorn (34.) belebten die Begegnung nur zwischenzeitlich. Einer der zahlreichen Eckbälle erlöste die Waldstädter dann endlich. Hatte ein Gästespieler zunächst noch auf der Linie klären können, schaltete anschließend Jonas Klodwig im Fünfmeterraum-Getümmel am schnellsten und drosch zum verdienten 1:0 ein (44.).
Der nach Wiederbeginn aufkommende Nebel trübte dann auch etwas den Blick der ansonsten sattelfesten KSV-Abwehr. FVL-Spielertrainer Markus Ernst nahm das unfreiwillige Zuspiel gerne auf, nutze aber mit einem haltbaren Schuss die vage Chance zum Ausgleich nicht (49.). Stattdessen sorgten die Stumpf-Schützlinge kurz darauf für die Vorentscheidung. Zunächst erkämpfte Dominique Ollendorff vor dem gegnerischen Strafraum den Ball, den Timo Gob ebenso prompt wie sehenswert aus 16 Metern zum 2:0 ins lange Eck schlenzte (52.). Vier Minuten später kratzte FVL-Kapitän Daniel Nischke einen Hartung-Schuss erneut von der Linie (56.). Unmittelbar darauf tankte sich der dribbelstarke Hassan Hout auf rechts durch die FVL-Verteidigung. Seine Hereingabe verarbeitete der aufgerückte Michael Engelhorn mit dem ersten Saisontor energisch und aus kurzer Distanz zum 3:0 (56.). Als Gob einen Freistoß über die Latte gesetzt hatte (62.), kam die FVL-Zweite zu ihrer letzten Torchance in diesem Spiel. Steffen Mumbauers Weitschuss war für Kevin Schuster aber keine Gefahr (69.). Der KSV antwortete wiederum mit einem Treffer. Nach einer Flanke von Berthold Daubner war Ollendorff Nutznießer eines verunglückten Abwehversuches und stellte unfreiwillig freistehend auf 4:0 (70.). In der Schlussviertelstunde häuften sich nun die Torgelegenheiten der Gastgeber. Aber weder Daubner (79.), Klodwig (83.) noch der wieder genesene Gerrit Conermann (84.) konnten diese nutzen. Auch Marcel Wolf köpfte einen Eckball knapp über den Kasten (85.). Dann war aber Daubner mit einem weiten und gut dosierten Zuspiel aus der eigenen Hälfte wunderbar frei gespielt. Relativ ungestört konnte er den Ball an Keeper Johannes Pröll vorbei zum 5:0 neben den Pfosten setzen (87.).
Mit dem Dreier konnten die Jungs vom Nordstern den Platz im vorderen Mittelfeld festigen. Für die Blau-Weißen hat sich die Situation im Tabellenkeller trotz der Niederlage nicht sonderlich verschlechtert, konnten die Mitkonkurrenten doch allesamt jeweils nur einfach punkten. —H.D.Brumm—

Aufstellung: Schuster – Erlewein, Zürn, Engelhorn Michael, Helfenritter – Hartung, Khlili Soltani, Klodwig, Hout – Ollendorff, Gob

Eingewechselt: Conermann für Erlewein (57.), Daubner für Gob (65.), Wolf für Engelhorn (73.), Erlewein für Hout (76.)

Schiedsrichter: Erich Schneider (Karlsruher SC)

Zuschauer: 26

Tore: 1:0 Klodwig (44.), 2:0 Gob (52.), 3:0 Engelhorn M. (56.), 4:0 Ollendorff (70.), 5:0 Daubner (87.)

By | 2014-11-27T08:27:58+00:00 24. November 2014|1. Mannschaft, Fußball, Herren, Verein|

Rugby-Herren: 3. Liga SüdWest: KSV vs. TG 75 Darmstadt 10:21

Gestern fand das letzte Spiel der Hinrunde für unsere Herren in der 3. Liga SüdWest statt.
Zu Hause spielten wir gegen die TG 75 Darmstadt. Bei strahlendem Sonnenschein entwickelte sich ein sehr schnelles und hartes Spiel, das wir über lange Zeit dominierten. Nach einer 10:0 Halbzeitführung für uns konnte die TG zum Ende das Spiel doch noch drehen. Das Spiel endete 21:10 für die TG Darmstadt.

Alles in allem können wir aber mit der gestrigen Leistung sehr zufrieden sein und verabschieden uns somit in die Winterpause.

Am kommenden Sonntag (30.11.) gibt es noch einmal Rugby in Karlsruhe dieses Jahr. Dann findet auf unserer Platzanlage der Turniertag der Verbandsliga BW statt. Kick-Off ist um 11 Uhr.

By | 2014-11-23T11:22:29+00:00 23. November 2014|Herren, Rugby|

Tobis kleiner Regelblog – Ruck und Clean Out

Kaum erstellt, der Blog, und schon werden die großen Kanonen ausgepackt.

Copyright International Rugby Board

Der Clear-Out beim Ruck – mit oder ohne Arme?

Der Ruck ist eine Situation in der der Ball am Boden ist und mindestens ein Spieler jeder Mannschaft in unmittelbarer Umgebung des Balls mit ihren Füßen um den Ballbesitz kämpfen. Mindestens ein Spieler jeder Mannschaft muss den stehenden Gegner berühren. Es ist nicht gestattet sich am Spieler, der am Boden liegt ab zu stützen oder festzuhalten. Für Spieler die sich dem „offenen Gedränge“ anschließen wollen gelten folgende Regeln:

1. Der Kopf darf nicht tiefer als die Hüften sein

2. Ein Spieler der in einen Ruck reingeht muss sich mit dem kompletten Arm an einem Spieler, Gegner oder Teamkollegen, binden. Die Bindung muss dem Kontakt mit anderen Körperteilen voraus gehen, oder gleichzeitig erfolgen. Das Auflegen einer Hand gilt nicht als Bindung.

3. Alle Spieler die irgendwie an einem Ruck beteiligt sind, müssen auf den Füßen sein.

Ein Clean Out soll im Nachfolgenden das Ausräumen eines Spielers aus dem Ruck bezeichnen. Dabei geht ein Spieler parallel zur Außenlinie über den am Boden liegenden Ball/Ballträger und drängt dabei einen gegnerischen am Ruck beteiligten Spieler über den Ruck zurück, bis beide nicht mehr Teil des Rucks sind.

Beachtet man Punkt 1 – 3 ist sofort klar, Rucken ist ein anständiger nicht der Gesundheit abträglicher Teil des Rugbysports. Es ist nicht erlaubt nur Kontakt mit der Schulter zu machen. Soweit die Theorie, nun zur Praxis: Jeder der sich in den letzten fünf bis zehn Jahren auch nur irgendein professionelles Spiel angeguckt hat, wird wissen dass diese Regeln komplett ignoriert werden.

Hier mal ein gutes Beispiel. Bakkies Botha räumt Adam Jones aus dem offenen Gedränge raus und kugelt ihm dabei die Schulter aus. Als Belohnung wurde er für zwei Wochen gesperrt und durfte nicht am dritten und letzten Test zwischen den British and Irish Lions und den Springboks teilnehmen. Es wird Botha nicht geholfen haben, dass er sich in gefühlt jedem Spiel eine Strafe einhandelt und meist auch zu Recht. Es ist für mich aber schwer zu erkennen, wo er sich abseits der Norm bewegt hat. Ohne Frage hat er sich außerhalb der nieder geschriebenen Regeln bewegt, diese finden aber ohnehin keine Anwendung.

Zur Verdeutlichung der Sachlage hier zwei Rucks aus dem Australien gegen Argentinien Spiel vom 4.Oktober 2014. Im ersten von den zwei Bildern kann man wunderschön sehen, dass die Köpfe tiefer stehen als die Hüften, wenn der Ruck begonnen wird. Beim Verteidiger mag das noch toleriert werden, da er zum Ball gehen will und sich dafür zwangsläufig bücken muss. Der Angreifer, der das Ruck sichern möchte, missachtet die Regeln so wie sie nieder geschrieben wurden.

Im nächsten Bild sieht man schön , dass kaum einer der an diesem Ruck beteiligten Spieler noch steht.

Kommen wir nun nach einigem Geplänkel zur Beantwortung der eigentlichen Frage:

Im Laufe der Zeit habe ich einige Spiele gesehen, live und übertragen, und bei den professionellen Spielen und höher klassigen Spielen in Deutschland fällt immer wieder auf, dass ein Clean Out mit der Schulter geduldet wird. Es ist schwierig hierfür ein gutes Beispiel zu finden, da man einen einzelnen Moment eines hochauflösenden Videos finden müsste, dass nicht unter den Kopierschutz fällt. Um Beispiele zu sehen, kann man sich aber jedes beliebige internationale Rugbyspiel ansehen.

Die Situation in der man sich völlig wahllos in den Gegner wirft, der versucht den Ball zu klauen, ist üblicherweise die folgende: Ein flinker Spieler, z.B. die 9 oder ein Flanker, hat den Durchbruch geschafft und ist seiner Verstärkung einige Meter voraus. Er wird getackelt und der Gegner geht an den Ball. Der Unterstützer, gerne Lock oder Prop, kommt nun am Ruck an und versucht den Ballverlust zu verhindern in dem er sich aus vollem Lauf mit der Schulter voran in den Gegner wirft. So lange er nicht auf dem Ball landet, wird dieses Verhalten geduldet.

Ich persönlich sehe die Entwicklungen in und um den Ruck kritisch. Es ist auf der einen Seite so, dass ein moderner Rugbyprofi innerhalb kürzester Zeit an den Ball geht nach einem Tackle. Müsste man sich an alle Regeln halten, so wie sie im Regelbuch nachlesbar sind, würde der Ball ständig die Seiten wechseln, denn der Ballbesitz für mehr als drei Phasen wäre nicht möglich. Einen solchen Sport kann man sich kaum angucken. Auf der anderen Seite leben die Profis eine Art und Weise vor, wie sie dem Amateursport kaum zumutbar ist. Um die Wucht eines 95 kg Amateurs, der sich mit 8 m/s auf einen Spieler wirft, dessen Rücken frei liegt, weil er legal nach dem Ball greift, aushalten zu können muss man schon über eine gute Rückenmuskulatur verfügen. (Impuls I = 95* 8 = 760  kg*m/s übertragen durch die relativ kleine Fläche der Schulter) Dazu wird die Bewegung unkontrolliert, weil man bei einem Clean Out mit der Schulter zwangsläufig den sicheren Stand aufgeben muss. Zusätzlich fallen immer mehr Körper in immer abstruseren Bewegungen über den Ruck. Ich persönlich halte es weder für sinnvoll noch konsequent den Kontakt mit der Schulter und ohne Umfassen beim Tackling zu verbieten, aber beim Rucken zu gestatten. Was man hier ändern könnte ohne den Ruck ab zu schaffen, übersteigt meine Kompetenzen.

Es bleibt jedoch zu bedenken, dass Rugby Union ohne Ruck im Endeffekt Rugby League ist. Der Ruck ist ein wichtiger Teil des Spiels, immerhin definiert er den Charakter des Spiels in erheblichem Maße: Wenn deine Mannschaft dich nicht unterstützt, verlierst du den Ball.

Begrüßen würde ich es, wenn man sich der Regeln einmal annimmt. Es kann nicht sein, dass niedergeschriebene Regeln aus dem offiziellen Regelbuch keine Anwendung mehr finden, aber trotzdem bestehen bleiben. Meiner Meinung nach ist diese ungeklärte Regellage und die daraus resultierende Art zu rucken eine Gefährdung für die Gesundheit der Spieler. Die Experten beim Weltverband World Rugby sollten sich einmal zusammen setzen und eine Reform erarbeiten. Dem Gedränge hat es ja auch gut getan.

Wie bei allen Dingen im Rugby, kommt es bei der Auslegung immer darauf an, wie gut der Schiedsrichter die Regeln kennt, wie er sie auslegt und ob er die Situation sieht. Würde ich es pfeifen? Wahrscheinlich nicht. So lange niemand auf dem Ruck oder Ball zum Erliegen kommt und der Clean Out nicht völlig ohne Maß und mit erkennbarem bösen Willen geschehen ist, orientiere ich mich an dem was die Profi-Schiedsrichter vorgeben. Es gilt beim Rugby ja auch, dass gute Form erstrebenswert ist, aber der Effektivität doch eine hohe Bedeutung zukommt.

Es sei an dieser Stelle angemerkt, dass es im Rugby derzeit nun einmal so ist, also muss man sich darauf einstellen und diese Praktiken für sich und seine Mannschaft nutzen. Abseits von Kneipen, Pubs, Regelkomissionen und Blogs zum Thema lohnt es sich nicht, sich darüber zu beschweren. Wenn auf dem Platz einmal mehr große Aufregung wegen angeblichen Fehlverhalten entsteht, so muss man sich daran erinnern, dass der Adrenalinspiegel hoch ist, manche Schiedsrichter sich durch Geschrei beeinflussen lassen und der Impuls solche Verstöße mit der Faust zu klären in vielen von uns verankert ist. Soll heißen, nicht immer alles so ernst nehmen, was einem der Gegner so erzählt und was er für unfair hält. Es zählt die Deutungshoheit und  Regelgewalt des Schiedsrichters.

Um meiner Pflicht gegenüber den antiken Griechen nach zu kommen, hier noch mal ein paar Worte zum Ruck im olympischen 7er: Genau wie beim 15er schert man sich auch hier wenig um die oben genannten Punkte. Man sieht den Clean Out mit der Schulter selten, was daran liegt, dass Rucks im 7er vermieden werden. Entsteht doch mal einer, sind so wenige Personen beteiligt, dass man ihn kaum trifft und dabei legal durch das Gate kommt. Außerdem ist jeder Spieler der mit Rucken beschäftigt ist, ein für die Verteidigung verlorener Spieler und im 7er gewinnt der, der besser verteidigt (zumindest bei den „Profis“). Auch das eigentlich nicht gestattete Festhalten am Spieler am Boden ist im 7er durchaus üblich. Ähnlich ist es mit dem völlig normalen „bridging“, über dem Ball auf allen Vieren abstützen und den Ball abschirmen. Hier ist der Kopf zwangsläufig tiefer als die Hüfte, was wie bereits erwähnt illegal ist.

All dies wird im 7er geduldet, gerade weil der Sport hier mit hohem Tempo gespielt werden soll. Ständige Unterbrechungen wegen solchen „Kleinigkeiten“ wie den Regeln, werden vom Schiedsrichter nicht angestrebt.

Mit ovalen Grüßen

Tobi

By | 2014-11-26T10:59:29+00:00 20. November 2014|Regelblog, Rugby|

FSSV Karlsruhe – Karlsruher SV 0:0 – 15.Spieltag – 16.11.14

Ein Unentschieden, das keinen weiter bringt
Erneut konnten die Waldstädter aus ihrer Überlegenheit kein Kapital schlagen und scheiterten hauptsächlich an ihrer Abschlussschwäche. Und in manchen Situationen fehlte noch der letzte Biss und die nötige Souveränität. Allerdings trafen sie auf eine massiv und geschickt verteidigende Truppe von Christian Zagst, die sich durch ihren Einsatz letztlich mit dem Remis belohnte. Dennoch mussten die Gastgeber eine Vielzahl von Torgelegenheiten des KSV zulassen, hatten dann aber das nötige Glück oder einen prächtig aufgelegten Daniel Kristeller im Tor. Trotz der fehlenden Treffer lebte das faire und von Schiri Öztürk (Weiler) gut moderierte Spiel bis zum Schlusspfiff von der Spannung, zumal auch die Hausherren während der zweiten Halbzeit gute Phasen hatten und selbst den Siegtreffer hätten erzielen können.
Schon in den ersten Minuten gab es einige viel versprechende Strafraumszenen. Hassan Hout wurde bei einem Solo auf Kosten einer Ecke gebremst (1.) und Mauricio Monteiro und Florian Engelhorn köpften jeweils am Tor vorbei (6., 9.). Auf der Gegenseite überraschte Oliver Richter die KSV-Abwehr mit einem Linksschuss, der am Pfosten vorbei strich (7.). Dann dribbelte sich wieder Hout durch die FSSV-Reihen, zielte aber nur ans Außennetz (20.). In den folgenden Minuten konnten die Gäste dann trotz optischer Überlegenheit keine gefährlichen Aktionen mehr kreieren. Stattdessen tauchten auch die FSSV-Jungs vor dem gegnerischen Tor auf. Im Fünfmeterraum verpasste Daniel Oberacker aber eine Hereingabe (33.) und Sebastian Schuh konnte nach einem kapitalen Fehlpass im KSV-Aufbauspiel durch energisches Zugreifen doch noch gebremst werden (43.). Im Gegenzug hätte Christoph Helfenritter dennoch für die KSV-Halbzeitführung sorgen können, schloss aber ein schönes Zuspiel von Marco Wied mit einem Schuss knapp über die Latte ebenfalls erfolglos ab (44.).
Gleich nach Wiederanstoß lag das 0:1 erneut in der Luft. Keeper Kristeller vereitelte dies indessen und parierte gegen Flo Engelhorn prächtig (47.). Als er einen Schuss von Wied problemlos aufgenommen hatte (54.), entwickelte sich die Partie dann für längere Zeit zu einer relativ emotionslosen Angelegenheit. Ein Freistoß hätte hier für Besserung sorgen können, doch Khlili Soltani scheiterte aus 20 Metern am Pfosten des FSSV-Tores (65.). Eine Schwächeperiode der Waldstädter brachte die Hausherren nun besser ins Spiel und Johannes Bühler hatte plötzlich das 1:0 auf dem Fuß, drosch aber aus kurzer Distanz über den Kasten (72.). Und zehn Minuten später versuchte sich Maik Richter aus zehn Metern, fand aber Kevin Schuster auf dem Posten (82.). In den Schlussminuten drängte der KSV dann nochmals auf den Siegtreffer. Khlili Soltanis Freistoß fischte der FSSV-Keeper jedoch sehenswert aus dem Torwinkel (85.) und Kapitän Monteiro konnte eine prima Ballablage freistehend nicht zum finalen Einschuss nutzen (86.). Auch Dominique Ollendorff hatte nur noch den Torwart vor sich, der wehrte aber in letzter Sekunde noch per Fußspitze ab; der Nachschuss wurde über die Latte bugsiert (88.). Glück hatten die Gäste bei einem abschließenden FSSV-Konter, den Martin Zürn aber mit souveränem Einsatz erfolgreich bekämpfen konnte. Eine Niederlage hätte die Truppe von Christian Stumpf indessen auch nicht verdient gehabt. —H.D.Brumm—

Aufstellung: Schuster – Erlewein, Zürn, Engelhorn Michael, Helfenritter – Wied, Monteiro, Khlili Soltani, Hartung, – Engelhorn Florian, Hout

Eingewechselt: Schreiber für Erlewein (60.), Gob für Helfenritter (74.), Ollendorff für Hout (76.)

Schiedsrichter: Erol Öztürk (TSV Weiler)

Zuschauer: 45

By | 2014-11-18T17:02:37+00:00 17. November 2014|1. Mannschaft, Fußball, Herren, Verein|

Tobis kleiner Regelblog – No Maul Line Out Defence Edition

Einige haben sicherlich das Line-Out und den folgenden „Maul“ beim Irland – Südafrika Spiel gesehen.

Ein Maul ist laut IRB Laws dann geformt, wenn sich am stehenden Ballträger mindestens ein Spieler der anderen Mannschaft bindet. Hier hat Irland sich nicht gebunden und damit kein Paket geschaffen. Um mal Bruce Darnell frei zu zitieren: „Ohne Paket kein Abseits“. Der hervorragende Jack McGrath hat dann den Ballträger legal zu Boden gebracht. Im folgenden entsteht ein Ruck, das nicht aufgelöst werden kann und die zuletzt in der Vorwärtsbewegung befindlichen Iren bekommen das Gedränge.

Dies ist keine seltene Taktik, gerade in den nationalen Ligen in Britanien, Irland oder Frankreich, kommt es immer wieder vor, dass so gegen einen Maul verteidigt wird. Das letzte Mal an das ich mich erinnern kann, dass eine Internationale Delegation sich dieses „Tricks“ bedient hat, ist das Spiel der Italiener 2007 gegen Frankreich.

Für Mannschaften, deren Trainingsbeteiligung im Sturm variiert, deren Sturm vielleicht nicht der schwerste ist oder die im Spiel unter Zeitdruck sind, ist dass eine Taktik die man durchaus bedenken sollte. Allerdings sollte man vorher mit dem Schiedsrichter sprechen. Romain Poite hat in dem Irland Spiel die richtige Entscheidung getroffen. Ob ich vergleichbar schnell geschaltet hätte, dass wage ich zu bezweifeln. Außerdem muss jeder Stürmer Bescheid wissen und dem Impuls widerstehen sich einfach in den Maul zu stürzen. Ansonsten hat man einen Maul und eine deutlich verzögerte Verteidigung, was dramatische Konsequenzen haben kann.

By | 2014-11-16T17:25:10+00:00 16. November 2014|Regelblog, Rugby|

Tobis kleiner Regelblog – Edition 2

Regelfragen die aufkamen:

Wann ist der Ball aus:
Die Gasse („Line Out“) ist die Wiederaufnahme des Spiels wenn der Ball die Außenlinie oder etwas jenseits der Außenlinie berührt. Der Ball ist im Sinne der Regeln ebenfalls außerhalb des Spielfeldes, wenn der Ballträger die Außenlinie be- oder übertritt.
Wenn ein Spieler den Ball fängt und dabei mit einem Fuß auf oder außerhalb der Außenlinie ist zählt der Ball als aus.(1)
Überquert der Ball die Außenlinie und wird von einem Spieler gefangen der mit beiden Füßen innerhalb des Spielfeldes ist, ist der Ball NICHT aus. Dieser Spieler darf den Ball ins Spielfeld werfen, schlagen oder treten.
Wenn ein Spieler springt und den Ball FÄNGT muss er mit beiden Füßen innerhalb des Spielfeldes landen, ansonsten zählt es als aus.
Ein Spieler außerhalb des Spielfeldes darf den Ball treten oder schlagen um ihn im Spielfeld zu halten, sofern der Ball die Außenlinie nicht überquert oder berührt. Der Ball darf jedoch NICHT gefangen werden.

Die Gasse wird entlang der „Line of Touch“ ausgeführt, diese ist orthogonal zur Außenlinie an der Stelle an der der Ball/Ballträger das Spielfeld verließ.
Bei einem direkten (berührt das Spielfeld nicht mehr) Kick aus der 22 wird die Gasse an der Stelle gespielt an der der Ball das Spielfeld verlassen hat. Wird der Ball außerhalb der 22 direkt ins Aus gekickt oder in die 22 zurück getragen und direkt ins Aus gekickt wird, erfolgt der Einwurf auf der Höhe des Kicks.(2)

(1) Dieser Punkt ist von großer Bedeutung. Kickt uns der Gegner im offenen Spiel den Ball zu und unser Fänger fängt den Ball mit einem Fuß im Aus, zählt der Ball als direkt ins ausgegangen und es ist unser Einwurf. Besondere Bedeutung im Zusammenhang mit (2).
(2) Der Ball ist innerhalb der 22, wenn es eine Abseitslinie oder eine Standardsituation innerhalb der 22 gab. Wenn also das Mark für eine Gasse oder ein Gedränge innerhalb der 22 ist, oder ein Ruck/Maul in der 22 gebildet wurde, gilt der Ball als innerhalb der 22. Besonders bei Standards darf die 9 den Schiedsrichter gerne fragen, ob der Ball „inside or outside“ ist.

Was man im Line-Out machen muss, darf oder nicht darf:
– Man darf sich nicht auf dem Gegner abstützen. (Strafe: Penalty kick)
– Man darf den Gegner ohne Ball nicht halten, schubsen, angehen, behindern oder halten, außer bei einem Maul oder Ruck. (PK) Dies gilt allerdings immer im laufenden Spiel, nicht nur während des Line-Outs
– Man darf auf einen generischen Spieler nicht zu stürmen, außer beim Versuch ein legales Tackle zu machen oder den Ball zu spielen. (PK)
– Man darf den Fänger beim Liften von hinten nicht unterhalb der Shorts anfassen, von vorne nicht unterhalb der Oberschenkel. (Free Kick)
– Man darf nicht liften bevor der Ball die Hände des Einwerfers verlassen hat (Pffffffffffffffffffffffffffffff) (FK)
– Vorgreifen ist erlaubt
– Die Lifter müssen den Spieler wieder zu Boden bringen, sobald der Ball gewonnen wurde. (FK)
– Der Einwurf darf nicht blockiert werden (FK)
– Wenn der geworfene Ball einen am Line-Out teilnehmenden Spieler überquert hat, darf dieser in den Raum zwischen Außenlinie und 5-Meter-Linie vordringen Man darf sich aber vor Ende der Gasse nicht näher an die eigene Mallinie bewegen, außer um den Ball zu fangen oder aufzunehmen. (Hier gibt es noch einiges mehr zu, aber ein andern mal.) (FK)
– Der Ball darf nur mit beiden Händen oder mit dem inneren Arm (der Mitte der Gasse zugewandt) gefangen oder geblockt werden, es sei denn wenn beide Hände über dem Kopf sind. (FK) 
– Gassenverteidigung: Der Fänger darf getacklet werden, sobald er wieder auf dem Boden ist, ABER NICHT VORHER. (Penalty Kick)
Spieler die keine Fänger waren dürfen getacklet werden, sobald sie in Ballbesitz kommen. (PK)

Grüße
Tobi

By | 2014-11-12T09:56:48+00:00 12. November 2014|Regelblog, Rugby|

Tobis kleiner Regelblog – Edition 1

In letzter Zeit habe ich häufiger über Regeln diskutiert, wurde zu Regeln befragt oder habe bemerkt, dass ich Regeln falsch verstanden habe. Dazu kommt die stark variierende Qualität der Schiedsrichterleistungen, die es nicht einfach machen zu erkennen, was denn nun richtig ist und was nicht. Aus diesem Grund möchte ich hier eine kleine „Kolumne“ anfangen.

Nach Spieltagen oder Trainings werde ich die Sachen an die ich mich nach der dritten Halbzeit noch erinnern kann nachschlagen, aufarbeiten und hier posten. Da unsere Damen sich der olympischen Variante widmen, werde ich auch Regelunterschiede zwischen 15er und 7er Rugby erläutern. Wen das nicht interessiert/Wer schon alle Regeln perfekt kann, der scrollt einfach weiter.

Diskussionen sind ausdrücklich erwünscht.

Regelfragen die gestern aufkamen:

Zehn Meter:
Beim Ankick muss der Ball die zehn Meter überqueren, es ist dabei egal ob der Ball den Boden vorher berührt oder nicht.
Auch interessant: Wenn der Ball über die 10m Linie fliegt und wieder zurück kommt (Wind) ist er trotzdem weit genug gekickt worden.
[Ref: IRB Laws of the game13.5 Kick-off of 10 metres
If the ball reaches the opponents’ 10-metre line or reaches the 10-metre line and is blown back, play continues.]
Ich habe diese Regel immer so begriffen, dass der Ball im Flug über die Zehn-Meter-Linie muss, aber nach Diskussion mit Hans Brauner in seiner Funktion als ranghoher Schiedsrichter hier in BaWü kam heraus, dass die totale Distanz zählt und nicht die Flugdistanz.

Aushebeln:
Es ist legal den Ballträger beim Tackle von den Füßen zu hebeln. Es ist aber verboten den Spieler so zu Boden zu bringen, dass Kopf oder oberer Rücken mit dem Boden in Berührung kommen. Üblicherweise gibt es hierfür gelbe oder rote Karten.
Berühmtes Beispiel: Wales gegen Frankreich RWC 2011.
[Ref: 10.4 Dangerous play and misconduct
(j) Lifting a player from the ground and dropping or driving that player into the ground whilst that player’s feet are still off the ground such that the player’s head and/or upper body come into contact with the ground is dangerous play.]
Nachdem unser hervorragender und wunderschöner Fanblock gestern beinahe eskaliert ist, nachdem ein Karlsruher Spieler ausgehebelt wurde, diese kleine Anmerkung.

Mit dem Ball aufstehen:
Nach einem legalen Tackle muss der Ballträger/Getacklete den Ball los lassen bevor er aufsteht.
Interessant vielleicht noch: Wenn ein Spieler ohne Tackle zu Boden geht und aufstehen kann ohne einem gegnerischen Spieler den Zugriff zum Ball zu verwehren, muss er den Ball nicht vorher ablegen.
[Ref: 15.5 The tackled player
(b) A tackled player must immediately pass the ball or release it. That player must also get up or move away from it at once.]
Da habe ich dem Schiedsrichter gestern lautstark Regelunkenntnis unterstellt, musste mir dann aber erklären lassen, dass alles richtig war.

Ovale Grüße
Tobi

Postskriptum:

By | 2014-11-11T17:34:31+00:00 11. November 2014|Regelblog, Rugby|

Karlsruher SV – FC Fackel Karlsruhe 0:2 (0:2) – 14.Spieltag – 9.11.14

Rückschlag für KSV-Jungs
Eine verschlafene Anfangsphase und vor allem eine ungenügende Chancenverwertung sorgten in erster Linie dafür, dass die Rintheim/Waldstädter nach sieben Spielen erstmals wieder als Verlierer vom Platz gingen und das mit Spannung erwartete „Derby“ gegen den FC Fackel einen nicht unbedingt erwarteten Ausgang nahm. Damit muss der KSV seine leisen Ambitionen auf einen der vorderen Plätze vorerst einmal zurückstellen, zumal von einer dafür notwendigen Souveränität wenig zu erkennen war. Es braucht sicher eine deutliche Leistungssteigerung, um am kommenden Wochenende gegen den Tabellennachbarn FSSV bestehen zu können. Die Fackelaner hingegen schafften mit dem engagiert erkämpften Dreier den Anschluss ans Mittelfeld und dürften bei erhoffter Lichtung der Verletztenliste sich noch weiter nach vorn arbeiten können.
Die aufregenden Anfangsminuten sorgten sogleich für Kurzweil unter den Zuschauern. Schon nach vier Minuten genügte ein Torwartabschlag von Eduard Pepler, um die Gästeführung einzuleiten. Vom missglückten Abwehrversuch zweier KSV-ler profitierte Routinier Ralf Barthel als lachender Dritter, überlobbte Schlussmann Kevin Schuster und drückte kurz vor der Linie zum 0:1 ein. Doch schon unmittelbar nach dem folgenden Mittelanstoß wurde Florian Engelhorn im Fackel-Strafraum elfmeterreif gefoult. Khlili Soltani hatte mit seinem Strafstoß indessen Pech, prallte der Ball doch vom Innenpfosten wieder ins Feld zurück (6.). Dann folgte ein unkontrolliertes Zuspiel im nervösen Defensivbereich des KSV und Barthel stürmte alleine auf Schuster zu. Am Pfosten vorbei schießend vergab er jedoch die Riesenchance zum zweiten Treffer. Fünf Minuten später holten Gäste dies aber nach. Nach einem umstrittenen Foulspiel legte sich Andreas Ruppel den Ball in der Nähe der Außenlinie zum Freistoß zurecht und traf aus 25 Metern flach neben dem kurzen Pfosten zum 0:2 (12.), wobei der KSV-Keeper weniger glückliche agierte. Erst jetzt legten die Hausherren allmählich ihre Lethargie ab und kamen auch zu Torgelegenheiten. So köpfte Mauricio Monteiro einen Eckball über den Kasten (19.). Wenig später parierte Pepler bei einem endlich einmal gut eingeleiteten Angriff einen 16-Meter-Schuss von F. Engelhorn großartig zur Ecke (24.) und auch M. Engelhorn konnte eine Freistoßhereingabe aus kurzer Entfernung nicht im Tor unterbringen. Beim FC Fackel hatten lediglich noch Waldemar Freer (41.) und Ruppel (42.) – allerdings kaum gefährliche – Schussversuche zu bieten.
Nach Wiederanpfiff von Boris Dugandzic, der mit der Leitung der fairen Partie keine Probleme hatte, waren die Nordsternler bis zum Schlusspfiff das überlegene und – wenn auch nicht auf dem gewohnten Niveau – spielerisch bessere Team. Bei den wenigen Vorstößen der Fackelaner war Goalgetter Barthel bei den KSV-Defensivkräften nun gut aufgehoben. Ansonsten war die Truppe von Christian Stumpf feldüberlegen und erarbeitete sich trotz engagierter Gegenwehr genügend Torchancen. Neben fehlender Cleverness und Unkonzentriertheit der KSV-Akteure ließ der aufmerksame Pepler im FCF-Tor andererseits auch keinerlei Unsicherheiten erkennen. Innerhalb kürzester Zeit verpassten Timo Gob freistehend aus fünf Metern (60.) sowie mit einem 20-Meter Versuch (62.) und Monteiro bei zwei Kopfballchancen (61., 64.) und einem Drehschuss (72.) die Möglichkeiten zur Ergebniskorrektur. Dann prüfte Moritz Hartung erfolglos den Fackel-Goalie (78.) und ein 10-Meter-Schuss von Hassan Hout wurde noch abgeblockt (79.). Als Kapitän Monteiro drei Meter vor dem Tor eine Hereingabe über das Gehäuse köpfte (80.) und Christoph Helfenritter aus fünf Metern am Pfosten vorbei zielte (86.), wurde ein Erfolg der Hartwich-Schützlinge immer wahrscheinlicher. Nach recht zerfahrenen Schlussminuten war dieser dann wenig später Gewissheit. —H.D.Brumm(KSV)—

Aufstellung: Schuster – Erlewein, Zürn, Engelhorn Michael, Schreiber – Wied, Monteiro, Khlili Soltani, Hartung, – Engelhorn Florian, Gob

Eingewechselt: Ollendorff, Hout (35.), Helfenritter (46.)

Schiedsrichter: Boris Dugandzic (FC Eggenstein)

Zuschauer: 75

Tore: 0:1 Barthel (4.), Ruppel (12.)

By | 2014-11-11T08:40:42+00:00 10. November 2014|1. Mannschaft, Fußball, Herren, Verein|