
FV Fortuna Kirchfeld II – Karlsruher SV 6:3 (3:1)
29. Spieltag - 25.05.2025
KSV-Negativserie hält an
Der Karlsruher SV überraschte in der Begegnung bei der Kirchfelder Landesligareserve mit einer im wahrsten Sinne des Wortes zusammengewürfelten Truppe und einigen positionsfremden Besetzungen. So hüteten zwei Feldspieler jeweils eine Halbzeit lang die Kiste, die jeweils mit diversen Paraden die Blamage trotzdem noch in Grenzen hielten. Da die Waldstädter den Aufstiegsrelegationsplatz schon zwei Spieltage zuvor aus den Augen verloren hatten, war die Luft raus – und der Wurm drin. Allein mit den personellen Umstellungen scheinen die Darbietungen in der gezeigten Weise aber nicht erklärbar. Kaum Zugriff auf Gegner und Geschehen, ungenaue Abspiele und Ballverluste in allen Mannschaftsteilen waren wie geschenkte Butter, welche die Fortunen den KSV-lern nicht einmal aus eigener Kraft vom Brot nehmen mussten. Selbstverständlich lehnten die Grün-Weißen die ihnen gewährten Freiheiten beim Toreschießen nicht ab und freuten sich am Ende trotz frühen Rückstands über den auch in dieser Höhe verdienten Sieg im letzten Saisonheimspiel. Der bisherige Tabellenvierte hingegen vermochte zunächst nur in der Anfangsphase zu überzeugen und zeigte nach anschließend völlig verkorkstem Spielverlauf in den letzten zwanzig Minuten doch nochmal Moral und Kampfgeist, was mit zwei Torerfolgen belohnt wurde. Damit war das finale Negativerlebnis nach dem hohen Rückstand freilich nicht mehr zu verhindern. Am Ende steht damit ein im Vorfeld in dieser Form nicht erwarteter Spielverlauf. Kaum in Erstaunen setzen konnte die KSV-Entourage dagegen das zur Gewohnheit gewordene verletzungsbedingte Ausscheiden eines weiteren Akteurs.
Es waren noch keine zwei Minuten gespielt, da musste der Aushilfsgoalie im KSV-Tor nach einem Eckstoß per Fußabwehr am Pfosten klären. Wenig später spielten sich dann die Gäste sehr anspruchsvoll über den Platz. Michel Deuß schüttelte seinen Gegenspieler ab und flankte von der Grundlinie scharf in den Strafraum. Am langen Pfosten köpfte Jan Hunfeld mit seinem KSV-Premierentor trocken zum 0:1 ein (8.). Dann erlaubte sich Goalie Jonas Kubiak einen fehlerhaften Anspielversuch, bügelte das Missgeschick aber im Direktduell gegen Kirchfelds Dennis Bah bravourös wieder aus (12.). Eine Minute später verpasste der Kirchfelder Luca Waibel in guter Position bei einer Freistoßvorlage den Ausgleich (13.). Danach spielte sich das Geschehen hauptsächlich zwischen den Strafräumen ab. Während die Fortuna zunehmend überlegener agierte, kam dem KSV die Ordnung abhanden. Nach etwas mehr als einer halben Stunde schaffte die Özcan/Bah-Truppe unter gütiger Mithilfe des Kontrahenten mit einem Doppelschlag die Wende. Nach einem unnötigen KSV-Ballverlust wurde Marc Weisbrod von Paul-Manuel Ciobu auf die Reise geschickt, der mit einem starken Flachschuss ins lange Eck den verdienten 1:1-Ausgleich (34.) erzwang. Dann wurden die Waldstädter nach einem ohne Mühe abgefangenen Angriffsversuch auf der linken Abwehrseite ausgekontert. Kapitän Tobias Kretschmer war rechts durchgestartet und traf auf Weisbrods Vorlage zum umjubelten 2:1 (38.). Nur fünf Umdrehungen später ließ sich die Truppe vom Nordstern erneut mit einem schnellen Gegenangriff ausmanövrieren. Allerdings stand der spätere Passgeber Louis Hergert wohl in deutlicher Abseitsposition. Dennoch wäre der anschließende Abschluss knapp vor der Torlinie auch zu verhindern gewesen. So war Ciobu einfach handlungsschneller und drückte die Kugel zum 3:1 über die Torlinie (43.).
Als handlungsschnell erwies sich sofort nach dem Wiederanpfiff auch KSV-Akteur Robin Schempf, als er aus dem Mittelkreis den Fortunen-Keeper mit einem Weitschuss zu überlisten versuchte. Christopher Oberst wischte den Ball jedoch gerade noch an den Pfosten (46.). Die dadurch etwas entfachte Hoffnung auf Besserung hielt der nun den KSV-Kasten hütende Malte Oldemeier gegen den einschussbereiten Ciobu noch am Leben (49.). Wenig später sorgte Dennis Bah mit einem Doppelpack innerhalb von fünf Minuten dann aber für Ernüchterung auf Gästeseite. Zuerst stand er bei einem abgewehrten Ball goldrichtig und traf per Direktabnahme zum 4:1 (51.). Dann brachte man ihn mit einer Luftnummer im gegnerischen Abwehrbereich wiederum in Ballbesitz. Aus rund 15 Metern ließ er die Kugel flach neben dem Pfosten zum 5:1 hinein gleiten (55.). Zwei Minuten später prüfte Hergert den Keeper, der mit prächtigem Reflex aber weiteres Unheil verhinderte (57.) und gleich anschließend köpfte Cüneyt Genc drüber (58.). Die KSV-ler, die zu taumeln drohten, kämpften sich nun aber ins Spiel zurück und verhinderten erstmal weitere Kirchfelder Torchancen. Und tatsächlich gelang mit dem ersten heraus gespielten Angriff gar die Resultatsverbesserung. Luca Tobehn hatte gekonnt auf Fahrettin Boran durchgesteckt, der sich am Gegner vorbei mogelte und den Keeper zum 5:2 überwinden konnte (70.). Auf der Gegenseite antwortete Harold Sonkeng mit einem 12-Meter-Schuss, der über die Latte flog (75.). Die inzwischen verbessert agierenden Nordsternler kombinierten sich dann mal wieder ansehnlich nach vorne und belagerten den gegnerischen Strafraum. Boran legte geschickt zurück auf Schempf, der aus 18 Metern flach zum 5:3 ins Tor traf (81.). Gleich nach dem Anstoß vergab Kirchfelds Genc wiederum in aussichtsreicher Position, schoss jedoch unkonzentriert weit über den Ballfang (82.). Auf der anderen Seite schoss Schempf aus der Drehung am Lattenkreuz vorbei (88.). Damit wäre nochmal eine spannende Endphase eingeläutet worden. Stattdessen entschied im Gegenzug eine unglückliche Slapstick-Aktion im Anschluss an einen Eckstoß die Partie dann endgültig. Am Ende eines Ping-Pong-Spiels im Fünfer überschritt das Spielgerät in harmonischer Uneinigkeit zwischen Torwart und Abwehrspieler letztlich die Torlinie. Oder kurz: Eigentor KSV zum 6:3 (89.) und wenig später war´s das.
Nun steht zum Saisonabschluss das Heimspiel gegen SG Fackel/Olympia an, welche noch Hoffnung im Abstiegskampf hegt. Wobei es wohl weniger auf das Abschneiden gegen die Stumpf-Truppe als auf die Abstiegssituation in der Kreis- und Landesliga ankommen wird. Angesichts der letzten Ergebnisse liegt die Favoritenrolle dennoch bei der Truppe von der Grabener Allee. Nicht nur aus Gründen der Wettbewerbsverzerrung werden sich die KSV-ler sicherlich nicht von vornherein geschlagen geben.
FV Fortuna Kirchfeld II: Christopher Oberst, Lukas Nagel, Harold Sonkeng (83. Tomas Haranth), Friedrich Kunstmann (66. Andre Schifferdecker), Tobias Kretschmer, Louis Hergert (75. Dustin Strebel), Lukas Machauer (73. Marco Ritz), Dennis Bah, Marc Weisbrod, Luca Waibel (54. Cüneyt Üzeyir Genc), Paul-Manuel Ciobu
Trainer: Ozan Özcan und Dennis Bah
Karlsruher SV: Malte Oldemeier, Jonas Kubiak, Jonas Klodwig, Luca Tobehn, Jan Hunfeld, Philipp Werner (20. Kilian Langlinderer), Robin Tom Schempf, Moritz Hartung (65. Fahrettin Boran), Tim Hamm, Michel Deuß, Hassan Hout
Trainer: Christian Stumpf
Andreas Schlick (FC 23 Hambach)
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0:1 Jan Hunfeld (8.) 1:1 Marc Weisbrod (34.) 2:1 Tobias Kretschmer (38.) 3:1 Paul-Manuel Ciobu (43.) 4:1 Dennis Bah (51.) 5:1 Dennis Bah (55.) 5:2 Fahrettin Boran (70.) 5:3 Robin Tom Schempf (81.) 6:3 Malte Oldemeier (89. Eigentor)
Autor: Hans-Dieter
25.05.2025
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