Herren

FV Rußheim – Karlsruher SV 1:1 (0:0) 23.Spieltag – 14.4.19

Monteiro rettet die Serie

Mit dem Ausgleich in der Schlussphase wahrte der Karlsruher SV glücklich seine Serie von vierzehn Spielen ohne Niederlage. Für drei Punkte reichte es wie in den vergangenen vier Remis-Partien aber wieder nicht. Deutlich näher dran am Sieg war trotz zwanzigminütiger Unterzahl nämlich der FV Rußheim. Hier kann man es mit Ottmar Hitzfeld halten, welcher dereinst konstatierte: „Von der Anzahl her hatten wir mehr Chancen“. Die nutzten die Dettenheimer aber nicht und so war man auf Gastgeberseite verständlicher Weise etwas verbiestert. Auch weil sich Spielertrainer Daniel Müller unnötig den Gelb-roten Karton abholte und im Nachholspiel gegen den Spitzenreiter fehlen wird.

Von Beginn an entwickelte sich eine kampfbetonte und temporeiche Partie. Im ersten Abschnitt hatten es die Angriffsreihen allerdings auf beiden Seiten schwer und so mussten die Torhüter kaum entscheidend eingreifen. So brachte auch die leichte Feldüberlegenheit des KSV nichts Zählbares. Bei einer prima Angriffsaktion zielte Hassan Hout aus siebzehn Metern am Kasten vorbei (6.). Wenig später legte er bei einem Konter quer auf den freien Matthias Eckert, dessen Direktversuch von der Strafraumgrenze aber ebenfalls nicht das Gehäuse behelligte (11.). Deutlich weiter verfehlte auf der anderen Seite Marcel Hessenauer die Kiste (16.). Nach einem KSV-Eckball köpfte Marko Wied am Dreieck vorbei (23.) und Hout beendete eine Einzelaktion mit einem ungenauen Schuss ebenfalls erfolglos (27.). Erst kurz vor dem Seitenwechsel fanden sich auch die Gastgeber wieder im gegnerischen Strafraum ein. Ein Kopfball des wuchtigen Yannick Njenkam Njeumen konnte zum Eckball geklärt werden. Diesen köpfte Denis Stöckl freistehend aus vier Metern vorbei (42.). Mit dem insgesamt gerechten 0:0 verabredeten sich die Akteure dann zur zweiten Halbzeit.

Diese eröffneten die Dettenheimer wacher und bissiger als die Waldstädter und erzielten fast folgerichtig nach fünf Minuten auch die Führung. Nach einem am kurzen Pfosten verlängerten Eckball reagierte Felix Dürr am schnellsten und drosch die Kugel aus kurzer Distanz zum 1:0 in die Maschen (50.). Gleich nach Wiederanspiel bot sich Hout die Ausgleichschance, die Goalie Erkan Karaburun aber vereitelte (51.) und bei einem weiten Zuspiel von Dominik Kirchner kam er nur knapp nicht zum Kopfball (52.). Im Gegenzug zielte Luca Rupertus mächtig weit am KSV-Heiligtum vorbei (53.). Die Müller-Truppe agierte fortan energischer als der Tabellenvierte und erkämpfte sich zunehmend mehr Spielanteile, während die Nordsterne immer seltener Zugriff auf das Spielgeschehen bekamen. Nach einer weiten Flanke in den Strafraum stand Ufuk Arican plötzlich frei vor KSV-Keeper Tim Nagel, der mit Gück und Geschick den zweiten Gegentreffer gerade noch verhindern konnte (60.). Dann folgte der Platzverweis gegen Müller, worüber sich die aufgebrachten Rußheimer Anhänger auch noch nach Spielschluss nicht zu beruhigen wussten. Dies wäre freilich nur eine Randnotiz geblieben, wäre zwei Minuten später auch der völlig frei stehende Jerome Heger nicht am KSV-Keeper gescheitert (72.). Und kurz darauf verschenkte nach erneuter Nagel-Abwehr wiederum Hessenauer eine Einschussmöglichkeit und zielte stattdessen vorbei (76.). Trotz wenig spielerischem Glanz zeigten sich die Stumpf-Schützlinge wenigstens einsatzfreudig und gaben die Partie noch nicht verloren. Bei einem Freistoß von Jonas Kubiak hätte man das Gerät gerne im statt knapp außerhalb des Rußheimer Kasten gesehen (80.). Wesentlich genauer senkte sich der Ball dann aber zwei Minuten später ins anvisierte Ziel. Mauricio Monteiro – noch keine zehn Minuten auf dem Platz – packte nach einer endlich wieder einmal ansehnlichen Angriffsaktion seine Zauberkiste aus und netzte mit einem 25-Meter-Schuss in den Torwinkel zum durchaus überraschenden 1:1-Ausgleich ein (82.). Obwohl beide Teams noch den finalen Schlag setzten wollten, gab es keine echten Torgelegenheiten mehr zu besichtigen. Auch ein verzweifelter Weitschuss von Arican aus 35 Metern war hierfür nicht geeignet (90.).

Für den KSV bleibt am Ende die von Käpt`n Kirchner verlautbarte Erkenntnis: „Schön war`s nicht, aber Punkt geholt“. Am Ostermontag geht´s dann im Heimspiel gegen Germania Friedrichstal II um eine Leistungssteigerung. Die unberechenbare Oberligareserve war es schließlich, die am 7.10.18 als letztes Team einen Sieg gegen die überraschend immer noch auf Rang vier gelisteten Jungs vom Sportpark Nordost einfahren konnte. Wiederholung nicht ausgeschlossen (Hans-Dieter Brumm, Karlsruher SV).

Aufstellung: Nagel – Dietrich (46. Klodwig), Kubiak, Kirchner, Bindereif – Zürn (73. Monteiro), Wied – Walz, Waßmuth (85. Richert), Eckert, Hout

Schiedsrichter: Keven Oswald ( (FC Frauenweiler)

Tore: 1:0 Dürr (50.), 1:1 Monteiro (82.)

Zuschauer: 79

By |2019-04-17T06:52:42+00:0014. April 2019|1. Mannschaft, Fußball, Herren, Verein|

Karlsruher SV – VSV Büchig 2:2 (2:1) 22.Spieltag – 7.4.19

Nachbarschaftliche Punkteteilung: KSV zum 13. Mal in Folge unbesiegt.

Interessant und unterhaltsam fanden es die Anhänger beider Seiten. Da letztlich jedes Team die volle Punktzahl hätten einstreichen können, erscheint das Remis eine gute Grundlage für weitere gute Nachbarschaft.

Die Hausherren beherrschten von Beginn an die Partie und waren in der ersten halben Stunde klar überlegen. Schon nach wenigen Sekunden wurde nach der ersten Ecke ein Kopfball von Mauricio Monteiro im Getümmel des Büchiger Strafraums gerade noch geklärt (1.). Kurz darauf stießen Bjarne Waßmuth und Daniel Frick mit den Köpfen zusammen, konnten zum Glück aber weiter spielen. Den anschließenden Freistoß schoss Jonas Kubiak knapp am Gästetor vorbei (3.). Ein weiterer Kubiak-Freistoß bescherte den Stumpf-Schützlingen dann den 1:0-Führungstreffer. Gegen den Kopfball von Monteiro aus acht Metern sah sich Carsten Kitter machtlos (16.). Mit einem weiteren Standard sorgte Kubiak erneut für Gefahr. Der Ball landete allerdings auf dem VSV-Tornetz (24.). Kurz darauf war erneut die Aufmerksamkeit des Gästekeepers gefragt, als er Benjamin Bindereif den Ball vom Kopf fischte (31.). In der Folge wurde die Partie auch derbymäßig emotional und nun mischten auch die Büchiger ordentlich mit. Für deren erste Torannäherung war ein 20-Meter-Schuss von Marcel Hemberle verantwortlich, der durch den KSV-Strafraum flog, aber eine sichere Beute von Tim Nagel wurde (32.). Auf der anderen Seite drosch Wilhelm Oliveira-Schroer aus der gleichen Entfernung über den Kasten (33.) und Matthias Eckert zirkelte den Ball zwar geschickt über den heraus eilenden Kitter hinweg, aber auch am Pfosten vorbei (34.). Kurz darauf köpfte Monteiro einen Eckball in die fangbereiten Arme Kitters (38.). Im direkten Gegenzug gelang den Gästen stattdessen der Ausgleich. Nikolai Vlahovic brachte auf der linken Seite mit einem gezielten Steilpass Nicola Bolz in Schussposition, der an Keeper Nagel vorbei flach zum 1:1 vollendete (38.). In der Schlussminute kam Monteiro bei einer von neuen KSV-Eckstößen erneut zum Kopfball, zielte aber knapp vorbei. Schon bei der nächsten Aktion schafften die Nordsterne durch einen sagenhaften Freistoßknaller aber doch wieder die Führung. Aus rund 35 Metern zimmerte Kubiak die Kugel Millimeter neben dem Pfosten zum 2:1 ins des VSV-Gehäuse (45.). Mit diesem leistungsentsprechenden Ergebnis ging es sodann in die Pause.

Nach Wiederbeginn hielt sich der Tabellenvierte dann aber recht lethargisch zurück und die Truppe von Jens Pfattheicher übernahm zusehends die Spielkontrolle. So hatte Vlahovic eine erste Gelegenheit, schoss aus zwanzig Metern aber weit drüber (52.). Die bis dahin wenig auffälligen Sandhasen benötigten wieder einen Freistoß, um offensiv für Aufmerksamkeit zu sorgen. Kubis Spezialität konnte Kitter im letzten Moment aber noch entschärfen (64.). Kurz zuvor hatte sich das faire Derby wieder ausgeglichen gestaltet. Die beiden Fanlager erlebten allerdings erst in den letzten zehn Spielminuten wieder erwähnenswerte Torszenen. Zunächst war der KSV bei einer guten Angriffsaktion in Tornähe. Die schöne Flanke von Simon Dietrich setzte Monteiro jedoch neben den Pfosten (81.). Dann stürmte auf der Gegenseite der zielstrebige Bolz von der linken Angriffsseite in den Strafraum. Zunächst wurde sein Dribbelversuch noch unterbunden, der abprallende Ball fiel ihm jedoch wieder vor die Füße. Ähnlich seinem ersten Treffer schlug sein Flachschuss aus spitzem Winkel neben dem zweiten Pfosten zum zweifellos verdienten 2:2-Ausgleich ein (83.). Fast hätten die Jungs von der Waldstraße das Ding sogar noch komplett gedreht. Zuerst rauschte Hendrik Hadeler einen Meter vor der Torlinie an einer Hereingabe vorbei und dann köpfte der aufgerückte Frick knapp ins Aus (88.). Am Ende blieb es beim friedlichen Unentschieden, über das sich die Büchiger mehr als die Waldstädter freuten. Das war auch schon mal umgekehrt. Der KSV konnte bleibt jetzt in immerhin dreizehn Spielen in Folge unbesiegt. Ist ja auch nicht schlecht. In Rußheim am nächsten Sonntag dürfte das Dargebotene aber wohl nicht reichen, diese Serie auszubauen (Hans-Dieter Brumm, Karlsruher SV).

Aufstellung: Nagel – Dietrich, Zürn, Kubiak, Hartung – Klodwig (88. Krause), Monteiro, Oliveira Schroer, Bindereif – Waßmuth (73. Hout), Eckert

Schiedsrichter: Philipp  (SV Federlechner (FC Neureut)

Tore: 1:0 Monteiro (16.), 1:1 Bolz 37.), 2:1 Kubiak (45.), 2:2 Bolz (83.)

Zuschauer: 80

By |2019-04-10T17:19:07+00:007. April 2019|1. Mannschaft, Fußball, Herren, Verein|

FV Linkenheim – Karlsruher SV 4:4 (1:1) 21.Spieltag – 31.3.19

KSV macht in den letzten fünf Minuten noch Dreitore-Rückstand wett.

Zu den kommenden Jubiläumsfeierlichkeiten anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Fußballvereins Linkenheim leistete die Truppe von Trainer Torsten Zörb schon am vergangenen Sonntag einen ersten denkwürdigen Beitrag. Diesen hatten sich die Gastgeber allerdings wesentlich erfreulicher vorgestellt. Nach 85 gespielten Minuten und mit einer 4:1-Führung im Rücken war auch bereits alles für den finalen Jubel und eine Verbesserung der Tabellensituation angerichtet. Drei Gegentore innerhalb von fünf Minuten später war dies aber alles Makulatur. Der Karlsruher SV hingegen schwang sich nach dem phönixgleich erkämpften Punktgewinn zum moralischen Sieger auf.

Bei herrlichem Fußballwetter setzten die Hausherren unmittelbar nach dem Anstoß den ersten Akzent, als Norman Königs Flanke nach 15 Sekunden an den Außenpfosten klatschte. Danach beäugten sich die Kontrahenten aufmerksam und nach einer Viertelstunde wechselten sich in beiden Strafräumen die Torszenen ab. So kam KSV-Angreifer Daniel Walz gegen den weit aus dem Kasten eilenden Angel Quinones einen winzigen Schritt zu spät (14.). Kurz darauf steckte ihm Simon Dietrich geschickt den Ball durch, seine Hereingabe wurde aber vor dem zum Einschuss bereiten Matthias Eckert noch abgeblockt (15.). Auf der anderen Seite musste KSV-Schlussmann Tim Nagel bei einem Schuss aus nächster Nähe alles aufbieten, um den Torerfolg zu verhindern (23.). Beim anschließenden (allerdings irregulären) Eckball waren die KSV-ler dann wenig aufmerksam. Der unbeaufsichtigt gelassene König brachte den Ball per Kopf in die Mitte, wo der aufgerückte Felix Lutz ebenso frei stehend aus vier Metern zum 1:0 einköpfte (24.). Gleich nach dem Wiederanstoß lag schon der Ausgleich in der Luft, als sich Quinones einen Faux-pas erlaubte, den seine Vorderleute jedoch ausbügeln konnten (25.). Kurz darauf war er dann aber auf dem Posten, als er bei einem Abschluss von Walz die Kugel gerade noch zu fassen bekam (26.). Zehn Minuten später zeigte sich die aufgerückte Gäste-Abwehr indisponiert und ließ Hubert Badhofer in Ballbesitz kommen. Bei dessen listigem Heber aus 20 Metern stand dem 2:0 nur der Querbalken im Wege (37.). Eine große Torgelegenheit eröffnete sich dann kurz darauf Matthias Eckert auf der Gegenseite . Bei der Hereingabe von Moritz Hartung stand er im Fünfer frei, zielte aber direkt in die Arme des FVL-Hüters (39.). In der Schlussminute des ersten Abschnitts belohnte sich die Stumpf-Truppe dann doch noch für ihre Überlegenheit während der voran gegangenen zwanzig Minuten. Nach Balleroberung in der eigenen Hälfte passte Jonas Klodwig von rechts in die Mitte, wo Walz direkt auf Benjamin Bindereif weiterleitete. Dessen Schuss aus zehn Metern konnte Quinones nur noch reflexartig zum 1:1 abfälschen (45.).

Die Schwarz-Roten holten sich ihre Führung zu Beginn der zweiten Hälfte aber gleich wieder zurück. KSV-Kapitän Dominik Kirchner beförderte einen Freistoßball per misslungenem Kopfball ebenso überraschend wie unglücklich zum 2:1 ins eigene Netz (48.). Die Hausherren hatten nun Oberwasser und bestimmten das Geschehen. Ein sehenswerter FVL-Angriff mit einer abschließenden tollen Direktabnahme, die aber weit über den Kasten rauschte, deutete die Entschlossenheit der Zörb-Truppe an. Allerdings blieb auf der anderen Seite ein elfmeterreifes Foul an Eckert ungeahndet (56.). Ein weiterer Eckstoß leitete sodann den dritten FVL-Treffer ein. Winterneuzugang Benjamin Hauser zog aus 18 Metern scharf ab und im Fünfmeterraum schlich sich Badhofer davon und drückte zum 3:1 ein (58.). In der nun hektischer gewordenen Phase wurden die Waldstädter nur wenig später Opfer ihrer nicht entschlossen genug zu Ende gespielten Angriffe. So kam nach KSV-Ballverlust der ebenfalls neu zum Team gestoßene Arber Beqiri auf der rechten Seite in Ballbesitz. Seine scharfe Hereingabe erreichte den knapp vor der Torlinie postierten Badhofer, der nur noch den Fuß zum 4:1 hinhalten musste. Proteste der KSV-ler wegen stark verdächtiger Abseitsstellung blieben ungehört (66.). Bis dahin hatten die Gäste recht mutlos und unentschlossen agiert und nichts deutete auf eine Resultatsverbesserung zu ihren Gunsten hin. Fortan entwickelten sie dann aber größeren Offensivgeist und beschäftigten immer häufiger die FV-Abwehr. Schon beim Schuss von Walz unmittelbar nach dem vierten Gegentreffer musste der Schlussmann eine prächtige Parade zeigen (68.) und den Kopfball von Wilhelm Oliveira Schroer konnte ein Linkenheimer noch von der eigenen Torlinie kratzen (69.). Auch Minuten später schafften es Walz und Bindereif wiederum nicht, wenigstens den Anschluss herzustellen (78.). Die Hausherren hingegen kamen nur noch zu einer einzigen nennenswerten Torgelegenheit durch einen platzierten Schuss von Bubacarr Janneh von der Strafraumgrenze, den aber Nagel blendend parierte (79.). Aber mit dem sicheren Vorsprung waren Offensivaktionen für die Hardtler auch keine zwingende Option. Als sich auch noch KSV-Akteur Martin Zürn bei einem regelkonformen Zweikampf eine blutige Nase holte (83.), passte dies zum Spielverlauf. Die Jungs vom Nordstern ließen sich jedoch auch dadurch nicht entmutigen und freuten sich kurz darauf sogar über den Anschlusstreffer. Hassan Hout trickste sich im Strafraum gegen mehrere Gegner durch und netzte flach zum 4:2 ein (85.). Aus Linkenheimer Sicht nur ein Schönheitsfehler, für die Gäste ein erträglicheres Ergebnis, mehr nicht. Diese Einschätzung hatte auch nach dem Freistoß von Walz, der über den Kasten segelte, noch bestand (87.). Dennoch versuchte man weiter, in die gegnerische Gefahrenzone zu kommen. Und plötzlich lag das Runde erneut im Linkenheimer Tor. Eckert hatte aus 15 Metern beherzt abgezogen und traf mit seinem Flachschuss zum nicht mehr erwarteten 4:3 (89.). Angesichts der geringen Restspielzeit war mit einem weiteren KSV-Treffer realistischer Weise nicht zu rechnen, auch wenn bei den Gastgebern schon längere Zeit nicht mehr viel Konstruktives zusammenlief. Ungeachtet dessen schlug Jonas Kubiak – den bevorstehenden Schlusspfiff ahnend – eine mehr oder weniger gezielte Flanke aus der eigenen Hälfte in den gegnerischen Strafraum. Dort versuchte 1:0-Schütze Lutz per Kopfball zu klären, verlängerte dabei aber den Ball ins eigene Tor zum 4:4-Ausgleich (90.). Sekunden später dann der Abpfiff. Sensationeller Ausgang eines guten Fußballspiels, Ungläubigkeit auf beiden Seiten, Fassungslosigkeit bei den einen und Jubel bei den anderen. Gemessen an den Spielanteilen ein durchaus gerechtes Ergebnis, aber ein Spielverlauf, den auch ein langes Fußballerleben nur selten mehrmals bekommt.

Nach dem Ausgleichstor holte sich Hassan Hout noch den Gelben Karton ab, wegen Zeitverzögerung. Seine Rechtfertigung „wir führen doch 4:4“ lässt erahnen, wie sehr Glückshormone doch den Blick auf die Realität verschleiern können (Hans-Dieter Brumm, Karlsruher SV).

Aufstellung: Nagel – Dietrich, Kirchner (71. Zürn), Kubiak, Hartung – Klodwig (65. Hout), Wied (81. Richert), Oliveira Schroer, Bindereif – Walz, Eckert

Schiedsrichter: Thomas Klejnowski (Karlsruher SC)

Tore: 1:0 Lutz (24.), 1:1 Bindereif (45.), 2:1 Eigentor (48.), 3:1 Badhofer (58.), 4:1 Badhofer (66.), 4:2 Hout (85.), 4:3 Eckert (89.), 4:4 Eigentor (90.)

Zuschauer: 110

By |2019-04-03T17:25:13+00:0031. März 2019|1. Mannschaft, Fußball, Herren, Verein|

Karlsruher SV – FV Grünwinkel 0:0 20.Spieltag – 24.3.19

Torlos im Hardtwald: Unterhaltsame Nullnummer dank starker Torwartleistungen.

Auch ohne Torerfolge lieferten beide Teams eine überaus interessante, abwechslungsreiche und nie langweilige Partie auf gutem Niveau ab. Es war insbesondere in der zweiten Hälfte offensichtlich, dass gerade die Gäste die volle Punktausbeute anstrebten, um wieder näher an den Tabellendritten heran zu rücken. Der Siegtreffer lag indessen auf beiden Seiten mehrmals in der Luft. Dass es keine Torjubel gab, lag insbesondere auch an den teilweise spektakulär haltenden Torleuten. Deshalb ist die Punkteteilung nach dem Gesamtverlauf am Ende als leistungsgerecht zu bewerten. Auch Schiri Otto Rassenfoss schien sich damit anzufreunden und pfiff die von ihm in gewohnter Manier geleitete Begegnung überpünktlich ab.

Als sich die Akteure nach zehn Minuten an das holprige Geläuf gewöhnt hatten, häuften sich die Torszenen. Zunächst bot sich Grünwinkels Mert Tunc aus acht Metern die Gelegenheit zur Führung, drosch aber über den Kasten (10.). Dann folgte ein Konter der Hausherren, den Benjamin Bindereif mit einem knapp den Kasten verfehlenden Schuss abschloss (13.). Dies war der Auftakt einer Serie von weiteren Chancen zur Führung. Schon Sekunden später wurde Bjarne Waßmuth von Bindereif in Position gebracht, an der Strafraumgrenze aber vom FVG-Schlussmann am gezielten Einschuss gehindert. Während der Pfiff des Unparteiischen ausblieb, trudelte die Kugel am Pfosten vorbei ins Aus (14.). Dann segelte ein 35-Meter-Freistoß des starken Jonas Kubiak an allen Beteiligten, aber auch am Tor vorbei (16.). Kurz darauf verpasste Matthias Eckert den Zeitpunkt für einen eigenen Abschluss und bediente tattdessen Daniel Walz. Dessen Hereingabe flog aber über das Gehäuse (19.). Im Gegenzug konnte KSV-Hüter Tim Nagel dem heran eilenden Adnan Masic den Ball gerade noch wegschnappen (19.). Ein direkter 30-Meter-Versuch von Bindereif war dann zwar ein Beleg für dessen Selbstbewusstsein, aber keine Gefahr für das Gästetor (20.). Und wieder eine Minute später wurde Eckerts Schuss aus nähester Distanz abgeblockt (21.). In der Folge wurde die Truppe von Domenico Rizzo gleichwertiger und kam besser in Fahrt. Dennoch leistete sie sich einen Abwehrschnitzer, der Eckert die bis dahin größte Torchance einbrachte. Keeper Daniel Hasselwander konnte aber souverän und abgeklärt den Rückstand verhindern (33.). Dies gelang auf der anderen Seite auch Kubiak, der sich einsatzfreudig in den Schuss von Tunc warf (34.). Und wenig später setzte sich Ruven Piecha auf der rechten Seite durch, zielte mit seinem flachen Diagonalschuss aber am zweiten KSV-Pfosten vorbei (42.). Kurz vor der Pause senkte sich noch ein abgefälschter Kubiak-Freistoß auf das Grünwinkler Tornetz (43.) und bei einer KSV-Ecke von Walz zielte Waßmuth zu ungenau (44.).

Die zweite Hälfte war geprägt von einem kampfbetonten Beginn und einer zunehmenden Dominanz der Gäste im Mittelfeld. Bei einem tollen Freistoß von Masic musste Nagel dann auch sein ganzes Können aufbringen, um das Spielgerät über die Querlatte zu lenken (56.). Die beiden Akteure wiederholten die gleiche Szene  eine Minute später auf der anderen Seite (57.). Aber auch Hasselwander stand dem nicht nach und lenkte nach einem Superkonter des KSV parierte einen Schuss von Walz ebenso bravourös (58.). Noch in der selben Minute lenkte gewann Nagel erneut das Duell gegen Masic und lenkte dessen 16-Meter-Schuss um den Pfosten (58.). Die technisch versierte FVG-Truppe suchte unverzagt den Torerfolg, während sich die Jungs von Christian Stumpf Defensivaufgaben stellen mussten. Auch wenn sie diese in bewährter Manier erledigten, konnten gegnerische Torgelegenheiten nicht gänzlich verhindert werden. So trickste sich der spritzige, bis dahin aber gut bewachte Brendan Kima Ngerma auf links sehenswert und energisch in den KSV-Strafraum und zog aus zehn Metern ab. Mit einer ebenso starken wie filmreifen Parade hielt Nagel aber den Kasten sauber (79.). Bei einem Drehschuss von Tunc, der am rechten Pfosten vorbei flog, musste er hingegen nicht eingreifen (87.). Für die Gastgeber hingegen ergab sich im letzten Spieldrittel lediglich bei einem Eckball eine Tormöglichkeit. Den von Moritz Hartung getretenen Ball bugsierte Marco Wied im Fünfer mit der Hacke in Richtung Tor, wo er jedoch von Hasselwander sensationell noch übers Dreieck gewischt wurde (70.). So stand am Ende ein torloses Unentschieden der deutlich besseren Art und sehr ansehnlicher Fußballkost, mit dem beide Teams leben können (Hans-Dieter Brumm, Karlsruher SV).

Aufstellung: Nagel – Dietrich, Zürn, Kubiak, Hartung  – Walz (87. Monteiro), Wied, Oliveira Schroer, Bindereif – Waßmuth (71. Hout), Eckert (80. Klodwig)

Schiedsrichter: Otto Rassenfoss (SV Hatzenbühl)

Zuschauer: 71

By |2019-03-27T18:20:53+00:0024. März 2019|1. Mannschaft, Fußball, Herren, Verein|